Lot no. 16
Paul Cézanne (1839 – Aix en Provence – 1906)
„After the ,Cupid‘ attributed to Puget“. Um 1879/82
Bleistift auf genarbtem Papier. 48,7 × 31,8 cm ( 19 ⅛ × 12 ½ in.).
Werkverzeichnis: Chappuis 982.–
Leicht gebräunt mit Lichtrand. [3559]
Provenienz: Ambroise Vollard, Paris / Galerie Zak, Paris / Carl Roesch, Diessenhofen (bis 1979, seitdem in Familienbesitz)
Ausstellung: Paul Cézanne, 1839–1906. Zürich, Kunsthaus, 1956, Kat.-Nr. 187 / Paul Cézanne, 1839–1906. München, Haus der Kunst, 1956, Kat.-Nr. 142
Literatur und Abbildung: Lionello Venturi: Cézanne. Son art, son œuvre. 2 Bde. Paris 1936. Hier Reprint San Francisco, Alan Wofsy Fine Arts, 1989, Kat.-Nr. 1465 („L´Amour de Puget“, um 1888/95) / Gertrude Berthold: Cézanne und die alten Meister. Stuttgart, Kohlhammer, 1958, Kat.-Nr. 136, m. Abb. / Stephen Longstreet: Paul Cézanne. Drawings. Los Angeles, Borden, 1964, m. Abb. / Richard W. Murphy: The World of Cézanne. New York, Time-Life Books, 1968, Abb. S. 132
Erratum/Addendum: Literatur und Abbildung: Bonafoux, Pascal: Cézanne, portrait. Paris, Editions Hazan, 1995, S. 79, Abb. Wir danken Bettina Kaufmann und Walter Feilchenfeldt, Zürich, für freundliche HInweise. Die Zeichnung wird aufgenommen in das Online-Werkverzeichnis der Arbeiten von Paul Cézanne von Walter Feilchenfeldt, David Nash und Jayne Warman (in Vorbereitung).
Unsere Bleistiftzeichnung von Paul Cézanne zeigt die Rückenansicht einer kleinen Amor-Statuette. Sie gehörte zu den Gegenständen, die der Künstler in seinem Atelier aufbewahrte. In charakteristischer Manier erfasst Cézanne, der später zum maßgeblichen Wegbereiter des französischen Kubismus werden sollte, das üppige Volumen des Körpers, hat Licht und Schatten geschickt verteilt und durch Schraffuren betont. Da es sich bei der tatsächlichen Statuette um einen schreitenden Amor handelte, der eine zusätzliche Stütze zur Stabilisierung aufwies, erscheint das rechte Bein des Puttos in der Rückenansicht verdeckt und in der Zeichnung nur vage angedeutet.
Der ursprüngliche Titel „L´Amour de Puget“ legte lange nahe, dass der provenzalische Barock-Bildhauer Pierre Puget (1620–1694) Urheber des Vorbildes für den Gipsabguss gewesen sein musste. In den Werken Pugets hatte Cézanne das Vertraute seiner südfranzösischen Heimat gesucht und gefunden: „Si tu veux me parler d´un Provençal, parle-moi de Puget. […] Il y a du mistral dans Puget, c´est lui qui agite le marbre“ (zit. nach: Joachim Gasquet: Cézanne, La Versanne 1921, Reprint 2002, S. 343). Heute allerdings schreibt man die originale Statuette dem flämischen Bildhauer François Duquesnoy (1597–1643) zu.
Diese Zeichnung macht deutlich, wie wichtig das Studium der Alten Meister für Cézanne war. Er selbst war zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn der festen Überzeugung, dass er ihnen entscheidende Fähigkeiten verdankte. „Ich glaube, dass der Maler hier recht eigentlich über die Natur nachdenken lernt: er lernt sehen“ (zit. nach: Bernard Dorival, Cézanne, Hamburg 1949, S. 122). In seinem Atelier regte ihn der barocke Amor mit seinen üppigen Proportionen immer wieder zu eigenen Bildern an. Einige der kraftvollen Zeichnungen und farbstarken Aquarelle der selben Amor-Statuette werden heute in namhaften Sammlungen und Museen bewahrt. Auch für zwei Gemälde hat Cézanne den Gipsabguss verwendet: Ein Beispiel, das seinen meisterlichen Umgang mit Farbe offenbart, ist das Stillleben „L´Amour en plâtre“ im Nationalmuseum Stockholm. GK
Paul Cézanne (1839 – Aix en Provence – 1906)
„After the ,Cupid‘ attributed to Puget“. Circa 1879/82
Pencil on nacreous paper. 48,7 × 31,8 cm ( 19 ⅛ × 12 ½ in.).
Catalogue raisonné: Chappuis 982.–
Minor time staining with light staining. [3559]
Provenienz: Ambroise Vollard, Paris / Galerie Zak, Paris / Carl Roesch, Diessenhofen (until 1979, thence by descent to the present owner)
Ausstellung: Paul Cézanne, 1839–1906. Zurich, Kunsthaus, 1956, cat. no. 187 / Paul Cézanne, 1839–1906. Munich, Haus der Kunst, 1956, cat. no. 142
Literatur und Abbildung: Lionello Venturi: Cézanne. Son art, son œuvre. 2 vol. Paris 1936. Here reprint San Francisco, Alan Wofsy Fine Arts, 1989, cat.-no. 1465 („L´Amour de Puget“, ca. 1888/95) / Gertrude Berthold: Cézanne und die alten Meister. Stuttgart, Kohlhammer, 1958, cat. no. 136, w. ill. / Stephen Longstreet: Paul Cézanne. Drawings. Los Angeles, Borden, 1964, w. ill. / Richard W. Murphy: The World of Cézanne. New York, Time-Life Books, 1968, ill. p. 132
Erratum/Addendum: Literature and Illustration: Bonafoux, Pascal: Cézanne, portrait. Paris, Editions Hazan, 1995, p. 79, ill. We would like to thank Bettina Kaufmann and Walter Feilchenfeldt, Zurich, for kindly providing additional information.This work will be included in the online catalogue of Paul Cézanne's work, which is being prepared under the direction of Walter Feilchenfeldt, David Nash and Jayne Warman
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