Lot no. 37
Paul Klee (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto/Locarno) „Nach oben“. 1939 Tempera und Bleistift auf blau grundiertem Papier, vom Künstler auf glattes Papier montiert. 26,8 × 21,5 cm (35,1 × 48,2 cm) ( 10 ½ × 8 ½ in. (13 ⅞ × 19 in.)). Oben links mit Feder in Schwarz signiert: Klee. Auf dem Unterpapier mit Feder datiert, bezeichnet und betitelt: 1939 XX 8 Nach oben. Ebenda unten links mit Bleistift betitelt: Nach oben. Auf der Rückpappe zwei Etiketten der Galerie Beyeler, Basel. Werkverzeichnis: Paul-Klee-Stiftung 8614.– [3129] Provenienz: Lily Klee, Bern (1940-1946) / Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1950) / Paul-Klee-Stiftung, Bern (1950-1952) / Felix Klee, Bern (1953-1990) / Nachlass Felix Klee, Bern (1990-1992) / Privatsammlung, Schweiz / Galerie Beyeler, Basel (2000) Ausstellung: Paul Klee. Das Spätwerk 1937-1940. Bern, Kunstmuseum, 1979, Kat.-Nr. 104 / Paul Klee in Exile 1933-1940. Himej, City Museum of Art; Sendai, Miyagi Museum of Art; Kamakura, Museum of Modern Art; Shiga, Museum of Modern Art; Niigata, City Art Museum, 1985/86, Kat.-Nr. 32, Farbabbildung / Paul Klee. Spätwerk. Ar-beiten auf Papier. Stuttgart, Württembergischer Kunst-verein und Emden, Kunsthalle, 1990/91, Kat.-Nr. 310, Abb. / Paul Klee. Basel, Galerie Beyeler, 2008, Kat.-Nr. 56 Dunkelblaue Linien bilden hieroglyphenhafte, archaische Formen, die von Flächen gefüllt sind, welche zwischen einem helleren Blau und Weiß changieren. Mit Temperafarben und Bleistift auf blau grundiertem Papier hat Paul Klee eine abstrakte Komposition von äußerster Reduktion er-schaffen, der er – wie vielen seiner Werke – einen sprechenden Titel gab: „Nach oben“. Das Bild aus der Spätphase des Künstler-Poeten entstand 1939 und zeugt von großer malerischer Leichtigkeit. Für Klee war das Jahr 1939 ein Jahr enormer Schaffenskraft: „Die Production nimmt ein gesteigertes Ausmaß in sehr gesteigertem Tempo an, und ich komme diesen Kindern nicht mehr ganz nach. Sie entspringen. […] Zwölfhundert Nummern im Jahr 39 sind aber doch eine Recordleistung“, resümiert der Künstler nur wenige Monate vor seinem Tod in einem Brief (Paul Klee an Felix Klee, Brief vom 29. Dezember 1939, zit. nach: Felix Klee (Hg.), Paul Klee, Briefe an die Familie 1893-1940, Band 2, Köln 1979, S. 1295). Damals lagen die gemeinsamen frühen Jahre im Kreis der Künstler des Blauen Reiters in Oberbayern – von denen Klees Tagebücher anschau-liches Zeugnis geben – schon lange hinter ihm. Auch die prägenden Jahre am Bauhaus, in denen sich sein Werk nicht nur differenzierte und eine eigentümliche Charakteristik entwickelte, sondern der Künstler mit seinem „Pädagogischen Skizzenbuch“ (1925) auch zu einer eigenen Bildtheorie gelangte, waren Vergangenheit. Nachdem er das Bauhaus verlassen hatte, erhielt Klee 1931 eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zwei Jahre blieb er in Düsseldorf, dann erzwangen die Nationalsozialisten seine Entlassung. Notgedrungen kehrte Paul Klee in sein Heimatland, die Schweiz, zurück. In Bern kam seine Arbeit durch eine hartnäckige Erkrankung zunächst fast zum Erliegen. Doch dann trieb er sich, auch als Reaktion auf die öffentliche Diskreditierung in Deutschland, in ungeahntem Arbeitseifer zu neuen Höchstleistungen. In dieser Zeit malte Klee auch das Bild „Nach oben“. Die Lust am Erzählen, die Klee früher gern hier und da aufblitzen ließ, fehlt ihm nun offensichtlich völlig. Stattdessen konzentriert er sich auf seine andere große Stärke und gibt sich als der hervorragende Kolorist zu erkennen, der er auch schon immer war. Zurückgeworfen auf das rein Malerische, beweist er in diesem Bild, mit wie wenigen Mitteln er einen grandiosen Reichtum an Nuancen hervorzubringen imstande ist. GK Paul Klee (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto/Locarno) „Nach oben“. 1939 Tempera and pencil on blue primed paper, mounted on smooth paper by the artist. 26,8 × 21,5 cm (35,1 × 48,2 cm) ( 10 ½ × 8 ½ in. (13 ⅞ × 19 in.)). Signed upper left in pen in black: Klee. Dated, inscribed and titled on the cardboard in pen: 1939 XX 8 Nach oben. Titled on the cardboard in pencil lower left: Nach oben. On the cardboard backing two labels of the Galerie Beyeler, Basel. Catalogue raisonné: Paul-Klee-Stiftung 8614.– [3129] Provenienz: Lily Klee, Bern (1940-1946) / Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1950) / Paul-Klee-Stiftung, Bern (1950-1952) / Felix Klee, Bern (1953-1990) / Estate Felix Klee, Bern (1990-1992) / Private collection, Switzerland / Galerie Beyeler, Basel (2000) Ausstellung: Paul Klee. Das Spätwerk 1937-1940. Bern, Kunstmuseum, 1979, cat. no. 104 / Paul Klee in Exile 1933-1940. Himej, City Museum of Art; Sendai, Miyagi Museum of Art; Kamakura, Museum of Modern Art; Shiga, Museum of Modern Art; Niigata, City Art Museum, 1985/86, cat. no. 32, colour illustration / Paul Klee. Süpätwerk. Arbeiten auf Papier. Stuttgart, Württembergischer Kunstverein and Emden, Kunsthalle, 1990/91, cat. no. 310, colour illustration / Paul Klee. Basel, Galerie Beyeler, 2008, cat. no. 56
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