Lot no. 5
Paula Modersohn-Becker (Dresden 1876 – 1907 Worpswede) „Fünf Kinder mit Schaf“. Um 1905 Tempera auf Karton. 29,5 × 26 cm ( 11 ⅝ × 10 ¼ in.). Auf der Rückpappe oben ein Etikett der Ausstellung Hannover 1934 (s.u.). Busch/ Schicketanz/Werner 549.– Fest auf Pappe montiert. [3014] Provenienz: Herma Weinberg, Schwester der Künstlerin, Berlin (um 1908, seitdem in Familienbesitz) Ausstellung: Paula Modersohn-Becker. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1934, Kat.-Nr. 44 Paula Modersohn-Becker stammte aus Dresden und hatte in Berlin, London und Paris an privaten Kunstschulen studiert. Am stärksten assoziiert man die Malerin jedoch immer noch mit der Künstlerkolonie Worpswede in der Nähe von Bremen. Hier verbrachte sie entscheidende Jahre ihres Lebens und fand ihren Platz in der europäischen Moderne. Die flache Moorlandschaft rund um Worpswede mit den tief ziehenden Wolken am unendlich weit erscheinenden Himmel bot ihr den Raum, den sie benötigte, um ihre Modelle zu malen. Oft ließ sie dabei Natur und Mensch symbolisch und manchmal auch buchstäblich eins werden. So auch bei unserem Bild „Fünf Kinder mit Schaf“ aus der Zeit um 1905: Erdige Farbtöne dominieren den beinahe quadratischen Karton. An seinem linken unteren Rand fällt auf, dass die Künstlerin hier die Kleidung der Kinder und die Färbung des Bodens, auf dem sie stehen, auf eine Weise vermischte, dass sie kaum auseinanderzuhalten sind. Geht es um die Kunst Modersohn-Beckers, so ist häufig von der großen Innigkeit die Rede, durch die sich ihre Motive auszeichnen. Auf unserem Gemälde hat sie die Kinder nebeneinander aufgereiht, was ihr in großer Zahl Möglichkeiten zu Gesten der Verbundenheit gab. Wie die Glieder einer Kette schmiegen sich die Mädchen aneinander. Mal fasst das eine mit der Hand an den Arm des anderen, mal legt das nächste sein Haupt auf die Schulter des Nebenstehenden. Auch das kleine Schaf wird aufgenommen in diesen vertrauensvollen Kreis: Das dunkel gekleidete größte der Mädchen scheint ihm sanft den Kopf zu streicheln. Die hohe Horizontlinie, an der die Malerin Weideland und grauen Himmel durch einen dunklen Streifen Wald getrennt hat, verstärkt den Eindruck, die Kinder drängten sich hier im Vordergrund dicht zusammen. Eine gewisse Herbheit ins Bild bringen die vorherrschenden Ocker- und Rottöne der Komposition sowie die physiognomisch kaum ausformulierten Gesichter der Dargestellten. Modersohn-Becker dient dieser Kontrast dazu, die Zärtlichkeit der Kinder untereinander zu betonen – als wollte die Künstlerin sagen, dass diese Mädchen nicht nur in der Natur zu Hause sind, sondern auch in ihrer Gemeinschaft. ET Paula Modersohn-Becker (Dresden 1876 – 1907 Worpswede) „Fünf Kinder mit Schaf“. Circa 1905 Tempera on cardboard. 29,5 × 26 cm ( 11 ⅝ × 10 ¼ in.). On the cardboard backing at the top a label of the exhibition Hanover 1934 (see below). Busch/ Schicketanz/Werner 549.– Firmly mounted on cardboard. [3014] Provenienz: Herma Weinberg, sister of the artist, Berlin (circa 1908, thence by descent to the present owner) Ausstellung: Paula Modersohn-Becker. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1934, cat. no. 44
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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Selected Works
10719 Berlin - Germany
05/30/2019
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0