Lot no. 62
Peter Brüning (1929 Düsseldorf – 1970 Ratingen) „Nr. 16“. 1959 Öl auf Leinwand. 110,5 × 130 cm ( 43 ½ × 51 ⅛ in.). Unten rechts signiert und datiert: Brüning 59. Rückseitig mit Kreide betitelt: 16 [im Kreis]. Otten 272.– [3131] Provenienz: Privatsammlung, Hessen Ausstellung: Peter Brüning. Mailand, Galleria Appollinaire, 1960 / Peter Brüning. Rom, Galleria La Tartaruga, 1960 / Peter Brüning. Basel, Galerie Handschin, 1961, Kat.-Nr. 16 / Peter Brüning. Gemälde. Wuppertal, Kunst- und Museumsverein; Freiburg, Kunstverein; Oldenburg, Kunstverein; Mülheim/Ruhr, Städtisches Museum, 1964, Kat.-Nr. 28 [dort irrtümlich als Besitz des Kaiser Wilhelm Museums Krefeld verzeichnet] Schon in Peter Brünings Frühwerk nimmt die Landschaft eine bevorzugte Rolle ein. Das Spätwerk des 1970 viel zu früh Verstorbenen befaßt sich dann nur noch mit Landschaft, wenn auch in einer äußerst modernen, abstrakt technisierten Form. Die informellen Bilder der 1950/60er sind ebenfalls als Darstellungen der Landschaft zu verstehen. Willi Baumeister hatte dem jungen Künstler empfohlen, sich auch der menschlichen Seele zuzuwenden, und ihn auf die ostasiatischen Philosophen des Zen-Buddhismus aufmerksam gemacht. Ihre lakonische und zugleich definitive Kalligraphie hat ebenso in Brünings Malerei Spuren hinterlassen wie seine bewußte Auseinandersetzung mit Cy Twomblys Werken. Ende der 1950er Jahre führten der Kunsthistoriker Manfred de la Motte und Peter Brüning ein Gespräch über dessen Malerei. Darin heißt es: „Ich beginne mit aquarellhaften Untermalungen in noch nicht festgelegten Farben, die späteres Geschehen formal und farbig provozieren. [...] Bevor diese Untermalung vollständig getrocknet ist, male ich weiter. Der erste Eingriff ist ein Vorwand für die Weiterarbeit, für den endgültigen Rhythmus, für die Raumbestimmung. Ich folge der Anregung zu Schrift, Gesten, Gebärden und Akzenten, indem ich teils den gegebenen Formanspielungen unmittelbar folge oder indem ich – gegenarbeitend – diese zerstöre. Der Anfang ist mehr oder weniger bewußt unkontrolliert, zufällig, aber stimulierend, er weist mich auf Möglichkeiten hin. Ich male nicht ‘Zeichen‘ auf einen Grund, der – selbst unwichtig – nur das Zeichen tragen soll, durch die Bearbeitung der starren Leinwandfläche ist Raum gegeben, der nicht festgelegt, nicht artikuliert ist, der sich aber nun bilden und entwickeln kann.“ (Zit. nach: Marie-Luise Otten und Manfred de la Motte (Hrsg.): Peter Brüning. Berlin 1989, S. 70). „Nr. 16“ gibt über den genannten Untermalungen in Hellbraun und Blau eine ‚Entwicklung’ in kräftigem Schwarz wieder. Dieses ist so selbständig, daß keiner mehr nach Überlegung fragen wird; die Malerei ist alleiniger Gegenstand und läßt alle Arten von assoziativem Verstehen zu. EO Peter Brüning (1929 Düsseldorf – 1970 Ratingen) „Nr. 16“. 1959 Oil on canvas. 110,5 × 130 cm ( 43 ½ × 51 ⅛ in.). Signed and dated lower right: Brüning 59. On the reverse titled in chalk: 16 [in a circle]. Otten 272.– [3131] Provenienz: Private collection, Hesse Ausstellung: Peter Brüning. Mailand, Galleria Appollinaire, 1960 / Peter Brüning. Rome, Galleria La Tartaruga, 1960 / Peter Brüning. Basel, Galerie Handschin, 1961, cat. no. 16 / Peter Brüning. Gemälde. Wuppertal, Kunst- und Museumsverein; Freiburg, Kunstverein; Oldenburg, Kunstverein; Mülheim/Ruhr, Städtisches Museum, 1964, cat. no. 28 [there incorrectly listed as owned by the Kaiser Wilhelm Museum Krefeld]
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/26/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0