Lot no. 327
Polke, Sigmar
1941 Oels/Lower Silesia - 2010 Cologne
Untitled. 2002. Gouache, acrylic and interference paint on thin cardboard. 100 x 70cm. Signed and dated lower right: Sigmar Polke 2002. Framed. Not examined out of the frame.
Provenance:
- Löhrl Kunsthandel, Mönchengladbach
- Corporate collection, Germany.
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Sigmar Polke
Germany
Capitalistic Realism
New Realism
Post-War Art
Post War
2000s
Abstract
Works on paper
Mixed media
Light
Polke, Sigmar
1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln
Ohne Titel. 2002. Gouache, Acryl und Interferenzfarbe auf leichtem Karton. 100 x 70cm. Signiert und datiert unten rechts: Sigmar Polke 2002. Rahmen. Im Rahmen beschrieben.
Provenienz:
- Löhrl Kunsthandel, Mönchengladbach
- Unternehmenssammlung Deutschland
Zwei der wichtigen Gestaltungsmittel aus Polkes Schaffen scheinen in der hier vorgestellten Gouache vereint zu sein: zum einen die Rasterung und zum anderen die lasierende Verwendung von schimmernden Interferenzfarben.
Eine Art Markenzeichen für das Werk Sigmar Polkes ist sein seit ca. 1963 verwendetes Gestaltungsmittel der Rasterbilder. Die Rasterung in Polkes Werken ist angelehnt an die Struktur des Druckrasters. Die Regelmäßigkeit und Präzision des seriellen Zeitungsdrucks überträgt Polke auf die Malerei und stellt so der maschinellen Produktion ein Unikat gegenüber. Durch die Irregularität und Vergrößerung der mit Hand gemalten Raster und das dadurch bedingte Flimmern der Punkte wird das serielle Prinzip in einen Akt der Kreativität umgewandelt. Während die Rasterbilder der frühen Werkphase dem Figurativen verhaftet bleiben, gehört die hier angebotene, ausdrucksstarke Gouache in den Umkreis der abstrakten Rasterbilder.
Während seiner gesamten Schaffenszeit setzt sich Sigmar Polke mit der Frage auseinander, was ein Bild eigentlich ist. Mit seiner scheinbar unerschöpflichen Kreativität und mit seiner "alchimistischen" Experimentierfreude im Umgang mit unterschiedlichsten Materialien sucht er darauf eine Antwort. Hierfür wendet er sich ab den frühen 1980er Jahren mehr und mehr der Abstraktion zu. Dabei faszinieren ihn besonders das Phantastische und Wirklichkeitsferne wie auch das Unkontrollierbare und der Zufall. So entwickelt er u.a. die sogenannten Schüttbilder, bei denen er das Medium Farbe in den Mittelpunkt seines Interesses stellt: Großzügig gießt er sie auf den Malgrund und führt durch dessen Bewegung gewollt unwillkürliche Farbverläufe und Formen herbei. Um die Materialität und schwingenden Erscheinungsformen der Farbe zu untersuchen, benutzt er auch irisierende Interferenzfarben, mit denen er eine zuvor nicht erreichte Plastizität und Leuchtkraft hervorruft.
In der hier präsentierten Gouache verbindet Polke die Rasterung auf besondere Weise mit den scheinbar zufälligen Momenten und Farbverläufen seiner Schütt- und Interferenzbilder. Hier zieht uns vor allem die Spannung zwischen der Rasterung des stagnierenden Schwarz und der Dynamik der metallisch-transparenten und perlmuttartig schimmernden Farben im Hintergrund in ihren Bann.
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Sigmar Polke
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