Lot no. 423
Räderscheidt, Anton (1892 Köln 1970)Porträt Dr. Georg Lüttke. Öl auf Leinwand. 1923. 900 x 670 mm. Gerahmt. Signiert u. datiert. Verso Etikett des Arts Council of Great Britain.Provenienz: Galerie Abercron, München (1978); Barry Friedmann Ltd., New York; Sammlung Miles Lourie, New York; - Ausgestellt und abgebildet u.a. in: Neue Sachlichkeit und Realismus. Wien, Museum des 20. Jahrhunderts, 1977, S. 216; Neue Sachlichkeit and German realism of the twenties, Arts Council of Great Britain (Hrsg.), London 1979, S. 148 sowie in: Anton Räderscheidt (1892-1970). Retrospektive. Köln, Kölnisches Stadtmuseum, 1993, Katalog-Nr. 10. - Räderscheidt, der zunächst in Köln und dann in Düsseldorf an der Kunstgewerbeschule studierte, war seit 1919 als freischaffender Künstler tätig. Zusammen mit Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, Hans Arp, Wilhelm Fick und anderen gehörte er zu den Gründern der Gruppe "stupid". In seinem Atelier am Hildeboldplatz 9 in Köln veranstaltete er erste Ausstellungen, ab 1920 präsentierte er seine Bilder auch öffentlich. Das umtriebige und kunstsinnige Ehepaar Lüttke entdeckte die Bilder des jungen Malers der Neuen Sachlichkeit und bald verband die beiden Ehepaare eine enge Freundschaft. Lüttke und seine Frau wohnten bis 1923 in Köln und zogen dann nach Berlin. Wahrscheinlich noch vor dem Umzug porträtierte Räderscheidt den jungen aufstrebenden Verleger und Wirtschaftsmann im Stil der Neuen Sachlichkeit. Es gilt als das früheste, erhaltene Auftragsbildnis des Künstlers. Vor grauem Hintergrund, im feinen Anzug, aber mit seinen beiden Händen in den Hosentaschen in nonchalanter Haltung, schuf Räderscheidt ein intimes Porträt. Die hohe Stirn, die wachen Augen und die weichen Lippen stechen scharf und hell hervor und stehen im Kontrast zum Rest des Bildes. Dr. Lüttke war Schriftleiter der Zeitschrift "Metallwirtschaft" und Vorsitzender der "Metallgesellschaft". In ihrer großzügigen Wohnung in der Rückertstr. 10 in Berlin-Steglitz gab das Ehepaar in den folgenden Jahren zahlreiche Feste, zu denen ebenso ihre Kölner Freunde Räderscheidt und Seiwert erschienen wie Marcel Breuer und Lucia Moholy-Nagy. 1928 schuf Räderscheidt ein weiteres Porträt, diesmal von Gertrud Lüttke - so blieb die Freundschaft zum Ehepaar Lüttke bis zu Räderscheidts Emigration bestehen. - Die Leinwand doubliert sowie vereinzelt mit minimalen Retuschen.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Beaux Arts
10623 Berlin - Germany
04/29/2017
Offered by Dr. Lehr Kunstauktionen GmbH
+49 (0)30 8818979