Lot no. 46
René Magritte (Lessines 1898 – 1967 Brüssel)
„La pensée visible“. 1961
Aquarell, Bleistift und Collage auf Papier. 36,5 × 44,4 cm ( 14 ⅜ × 17 ½ in.). Unten rechts signiert: Magritte. Rückseitig mit Farbstift in Blau betitelt, signiert und datiert: La Pensée visible Magritte 1961.
Sylvester 1641.–
[3327]
Provenienz: Simone Withers Swan Collection, New York/ Privatsammlung, Deutschland
Ausstellung: René Magritte – Paintings, Gouaches, Collages 1960-1961-1962. New York, Alexander Iolas Gallery, 1962, Kat.-Nr. 23 / Magritte. Little Rock, Arkansas Art Center, 1964 / René Magritte. Humlebæk, Louisiana Museum, und Høvikodden, Kunstsentret, 1983/84, Kat.-Nr. 94 (Humlebæk) und Kat.-Nr. 78 (Høvikodden)
„Unser Denken umfasst beides, das Sichtbare und das Unsichtbare. Und ich benutze die Malerei, um das Denken sichtbar zu machen.“ (René Magritte)
Um das Unsichtbare und Verborgene zu zeigen, beim Betrachter einen Zustand der Verunsicherung hervorzurufen und den dadurch ausgelösten Vorgang des Denkens sichtbar zu machen, entwickelte René Magritte ein Bildsystem aus alltäglichen Erscheinungen und Gegenständen, die er immer wieder auf neue Weise arrangierte und vielfältigen Verwandlungen unterzog. Zu den scheinbar vertrauten Dingen wie Apfel, Pfeife, Vogel, Blatt oder Fenster kommen erfundene Objekte wie das „Bilboquet“, das an gedrechselte Holzbaluster, Tischbeine oder Spielfiguren erinnert. Mit diesem Bildvokabular erschuf der Maler in immer neuen Inszenierungen eine äußerst komplexe Ikonografie, welche die Gesetze der Logik und der Wahrnehmung unaufhörlich infrage stellt. Als er 1929 unter die Darstellung einer Pfeife in schön geschwungener Schrift hinzufügt: „Ceci n’est pas une pipe“, erklärt Magritte seine Zweifel am Wirklichkeitsgehalt des Abbildes und die Erkundung von Realität und trügerischem Schein programmatisch zum zentralen Thema seiner Malerei.
In „La Pensée visible“ greift Magritte die Technik der „papiers collés“ wieder auf, die er in den 1920er-Jahren, wohl inspiriert durch das Werk von Max Ernst, erstmals angewandt hatte. Aus Notenblättern ausgeschnitten, erscheinen Apfel, Vorhang und Spielfigur auf der Bühne des Zauberkünstlers Magritte. Die Musik, die wir nur im Geiste hören können, bringt die Gegenstände hervor und verbindet sie in schwebender Leichtigkeit. Oder ist es die Welt der Dinge, die den imaginierten Tönen erst zur Existenz verhilft? Bei Magritte bewegt man sich niemals auf sicherem Terrain – dank seiner Protagonisten, die sich nach der Vorstellung vor dem geneigten Publikum verbeugen.
SCH
René Magritte (Lessines 1898 – 1967 Brussels)
„La pensée visible“. 1961
Watercolour, pencil and collage on paper. 36,5 × 44,4 cm ( 14 ⅜ × 17 ½ in.). Signed lower right: Magritte. On the reverse with coloured pencil in blue titled, signed and dated: La Pensée visible Magritte 1961.
Sylvester 1641.–
[3327]
Provenienz: Simone Withers Swan Collection, New York/ private collection, Germany
Ausstellung: René Magritte – Paintings, Gouaches, Collages 1960-1961-1962. New York, Alexander Iolas Gallery, 1962, cat. no. 23 / Magritte. Little Rock, Arkansas Art Center, 1964 / René Magritte. Humlebæk, Louisiana Museum, and Høvikodden, Kunstsentret, 1983/84, cat. no. 94 (Humlebæk) and cat. no. 78 (Høvikodden)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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