Lot no. 165
Richter, Gerhard
1932 Dresden - lebt und arbeitet in Köln
Grau. 1975. Öl auf Leinwand. 30 x 36cm. Signiert und datiert verso: Richter, 1975. Darüber bezeichnet: (zu 367) (durchgestrichen), 367a (2x unterstrichen): R. 7.3.03.
Provenienz:
Geschenk des Künstlers
Sammlung Karl Wimmenauer (beiliegend handschriftlicher Brief des Künstlers)
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Das Bild wird unter der Wvz.- Nr. 367a im Gerhard-Richter Archiv Dresden geführt. Wir danken Herrn Elger, Gerhard Richter Archiv Dresden, für die
freundliche Unterstützung.
Das Werk ist auf der offiziellen Gerhard Richter Internetseite (www.gerhard-richter.com) unter der Nummer 367a aufgeführt und abgebildet.
Die Grauen Bilder entstanden ja, als es überall schon monochrome Bilder gab. Ich habe sie trotzdem gemalt. (Gerhard Richter im Interview mit Benjamin Buchloh, 1978)
Seit 1966 entstehen die grauen Bilder. In zunehmendem Maße zieht Richter sich seitdem asketisch auf den Gebrauch einer einzigen Farbe zurück, auf das Grau, das Paul Klee in seinem Farbenkreis als die Summe aller Farbe darstellt, und das im Sinne Richters die Summe jener 1024 Farben seiner Farbtafeln sein müsste. Aber ebensowenig wie bei den Farbtafeln lässt Richter sich bei der Erstellung der monochromen Grau-Tafeln von ästhetischen Absichten leiten. Er mischt das Grau aus schwarzer und weißer Ölfarbe und fügt dann bezeichnenderweise etwas Umbra hinzu, da ihm das Grau aus Schwarz und Weiß zu 'kalt, zu blaustichig und zu modisch' erscheint. Das Ergebnis ist ein dunkles, völlig neutrales Grau, das entweder in differenzierten, mehr oder weniger dynamischen Pinselduktus, oder gerollt und getupft oder beinahe gleichmäßig zugestrichen auf die Leinwand aufgetragen wird (...).
Für Gerhard Richter reihen sich die monochromen grauen Bilder ohne Bruch in das Panorama seiner übrigen Arbeiten ein. Dennoch wird ein ganz entscheidender Schritt evident: die Abkehr vom Gegenstand, die Hinwendung zur völligen Abstraktion. Aber das erscheint ihm nur als äußerliches Merkmal. Gemeinsamer Nenner sowohl für die früheren als auch für die jüngsten Bilder ist die von Richter angestrebte Indifferenz. Diese Indifferenz wird zum zentralen Begriff seiner Arbeiten. Gemeint ist jene Aussagelosigkeit, die ein Grundzug im Richterischen Schaffen ist und die ihn in letzter Konsequenz zum absoluten grauen Bild führt. 'Ich kann mir keine Farbe vorstellen, die weniger Aussage hat', sagt Gerhard Richter.
Gleichwohl sieht er in den Bildern, die zunächst wie der Endpunkt einer langen Entwicklung erscheinen mögen, zugleich einen neuen Anfang. Für ihn sind diese Bilder ein neuer Weg, Verbindlichkeit durch absolute Einfachheit zu erreichen, um damit dem Rezipienten einen Zugang für eine neue Sensibilität zu schaffen, ihm das Gefühl für Qualität zu vermitteln. Das ist - zugegeben - ein hoher Anspruch. Er ist gerechtfertigt angesichts der Bilderflut, die in den letzten Jahren über uns hereingebrochen ist (Heinz Holtmann, in: Ausst.-Kat. Gerhard Richter - Grau Bilder, Kunstverein Braunschweig, Braunschweig 1975, o.S.).
Richter, Gerhard
1932 Dresden - lives and works in Cologne
Grey. 1975. Oil on canvas. 30 x 36cm. Signed and dated verso: Richter, 1975. Inscribed above this: (zu 367)(crossed out), 367a(2x underlined): R. 7.3.03.
Provenance:
Present of the artist
Collection of Karl Wimmenauer (incl. a handwritten letter by the artist)
Private collection, North Rhine-Westphalia
This work is mentioned in the Gerhard Richter Archive Dresden as cat. rais. nr. 367a. We would like to thank Mr. Elger from the Gerhard Richter Archiv Dresden for his kind support.
The work also appears and is illustrated on the official Gerhard Richter website under the nr. 367a.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
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