Lot no. 49
Rupprecht Geiger (1908 – München – 2009)
„E 187“. 1952
Eitempera auf Hartfaser. 83,5 × 100 cm ( 32 ⅞ × 39 ⅜ in.). Rückseitig mit Kreide, Bleistift bzw. Pinsel in Schwarz betitelt, datiert und signiert: 187 E Geiger.
Dornacher/Geiger 115.–
[3309]
Provenienz: Nachlass Rupprecht Geiger / Privatsammlung, Deutschland
In Rupprecht Geigers Werk bewegt sich das Gemälde „E 187“ auf der Grenze zwischen den früheren Formfindungen und späteren Farbdominanzen. Bevor sich die Farbe so absolut entwickeln konnte, musste der Künstler seine Vorstellungen des Verhältnisses von Form und Farbe mittels der Malerei klären. Das führte im weiteren Verlauf seines Schaffens zu einer Reduktion der Farbvielfalt im jeweils einzelnen Bild, und auch die Formen sollten sich im Wesentlichen auf Kreis, Ellipse und Rechteck beschränken.
In „E 187“ widmet sich der Künstler dem Verhältnis von Einzelform und abstraktem Farbraum. Die Spannung seiner Bildfindung resultiert gerade aus dieser Räumlichkeit, für die wir in der realen Welt keine Entsprechung finden und die doch im Betrachten des Bildes nahezu physisch erlebbar wird. Der unscharfe Rand in der zuckerhutähnlichen Form konstituiert ihre beunruhigende Körperlichkeit, die wir nicht mit unseren Erfahrungen, Erinnerungen und unserer Anschauung kurzschließen können. Die waagerechte langgezogene helle Form im oberen rechten Bildviertel verlängert den Raum nach hinten, sodass wir meinen, in einen Farbtunnel gestoßen zu werden. Dies wirkt wie ein Vorgriff auf die späteren dreidimensionalen Farbräume des Künstlers, deren Besucher die netzhautbasierte Farbintensität als außerordentliche physische Empfindungen erleben sollten. In Notaten zu einem späteren Werk hat Geiger die Grundelemente aufgezählt, mit denen er experimentierte: „formale Begrenzungen von Farbabläufen, Berührungszonen kontrastierender Farbfelder, hell-dunkel Modulationen“.
All dieser Elemente bedient sich auch „E 187“, das gleichermaßen den bis dahin zurückgelegten Weg des Künstlers belegt, wie es auch einen Blick in seine gestalterische Zukunft erlaubt. MS
Rupprecht Geiger (1908 – Munich – 2009)
„E 187“. 1952
Egg tempera on masonite. 83,5 × 100 cm ( 32 ⅞ × 39 ⅜ in.). Titled, dated and signed with chalk, pencil and brush in black on the reverse: 187 E Geiger.
Dornacher/Geiger 115.–
[3309]
Provenienz: Estate Rupprecht Geiger / Private Collection, Germany
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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