Lot no. 3017
Schüler des Jan Baegert (d.i. Meister von Cappenberg) (Wesel um 1465 – nach 1527, evtl. 1535 Wesel) ZWEI TAFELN EINES CHRISTUS-ALTARS: DARBRINGUNG IM TEMPEL UND AUFERSTEHUNG CHRISTI. Um 1520 Öl auf Eichenholz. Jeweils 26,5 x 17,3 cm (mit Rahmen) ( 10 ⅜ x 6 ¾ in. (mit Rahmen)). MIt einem Gutachten von Max J. Friedländer, Berlin, vom 18. Februar 1926, als „feine, charakteristische u. sehr gut erhaltene Werke von dem Meister von Kappenberg“ (im Original).– [3001] Provenienz: Galerie Hackenbroch, Frankfurt am Main / 1920er Jahre Kunsthandlung Hermann Ball (geb. 1857), Dresden-Berlin / 1926 Sammlung des Lysoform-Fabrikanten Dr. Walter Heilgendorff (1882–1945), Berlin / Nach 1945 Sammlung Frieda Hinze, Berlin / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin Quelle Sammlung Rohde-Hinze: Brief Frieda Hinzes an Gundula Tschira, Berlin, 16. März 1960 Literatur und Abbildung: Kurt Steinbart: Der Meister von Kappenberg und die holländische Graphik, o.O. 1937, S. 256f. (Darbringung im Tempel) / Gundula Tschira van Oyen: Jan Baegert. Der Meister von Cappenberg, Œuvrekatalog, Baden-Baden 1972 (= Studien zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 352), Kat.-Nr. 100, 101, Tafeln LXII und LXIII Die zwei Tafeln waren einst Teile des siebenteiligen Altars aus der Baegert-Werkstatt, dessen Hauptbild die Kreuzigung Christi zeigt und sich heute in der Alten Pinakothek in München befindet. Von den, diese Haupttafel einstmals flankierenden Szenen aus dem Leben Christi sind dies die erste und die letzte Episode, welche die Darbringung des Neugeborenen durch seine Eltern (Mariä Lichtmeß) und die Auferstehung zeigen. Empfindsam erweitert der Schüler Baegerts auf den Tafeln durch seinen eigenwilligen Stil die Motive um gleichzeitig ablaufende Erzählungen, wie die Flucht nach Ägypten einerseits und die Szene „Christus als Gärtner“ andererseits. Meister Jan Baegert hatte seinerzeit weit über seine Werkstatt hinaus großen Einfluß auf den niederrheinischen und westfälischen Raum, wobei für seine künstlerische Entwicklung wiederum sein Vater Derick entscheidend war – eine tragende Stellung zwischen dem Stil des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit. Lange war er nur unter dem Notnamen „Meister von Cappenberg“ bekannt, benannt nach dem kleinen Triptychon der dortigen Stiftskirche im Münsterland. Durch geschickt neu und locker angeordnete Entlehnungen bricht der unbekannte Schüler von Baegert mit strengen Kompositionsweisen seiner Vorbilder und spielt mit den Figurenvorlagen wie mit Miniaturen. Bei der Darbringung übernimmt er Ausschnitte Cornelisz van Amsterdams (vgl. Steinbart 1937, S. 257), ferner nahm er bei anderen Szenen Martin Schongauer zum Vorbild. Verschiedene Motive der Auferstehungstafel entlehnte er der Liesborner Folge Jan Baegerts in Münster, die Hintergrundszene dem Cappenberger Flügelaltar (vgl. Tschira 1972, Kat.-Nr. 65, 12). (GvM) Weitere Tafeln des ehem. Kreuzigungsaltars: Haupttafel, Alte Pinakothek, München / Zwei Tafeln: Tod Mariä und Gebet am Ölberg, 27 x 17,2 cm, Sotheby's, London, 4. Dezember 2014, Los 102 / Zwei Tafeln: Abendmahl und Pfingsten, 27 x 17,3 cm, ehem. Privatsammlung, Schweiz (vgl. Tschira 1972, Kat.-Nr. 97–103, Taf. LXI-LXIII). Wir danken Stephan Kemperdick, Berlin, für wertvolle Hilfe. Pupil of Jan Baegert (i.e. Master of Cappenberg) (Wesel circa 1465 – after 1527, possibly 1535 Wesel) TWO PANELS FROM AN ALTERPIECE DEPICTING THE LIFE OF CHRIST: PRESENTATION IN THE TEMPLE AND THE RESURRECTION OF CHRIST. Circa 1520 Oil on oak. Each 26,5 x 17,3 cm (with frame) ( 10 ⅜ x 6 ¾ in. (with frame)). Accompanied by a certificate by Max J. Friedländer, Berlin, dated 18 February 1926, which describes the work as a "feine, charakteristische u. sehr gut erhaltene Werke von dem Meister von Kappenberg“ (in the original).– [3001] Provenienz: Galerie Hackenbroch, Frankfurt am Main / 1920s art dealership of Hermann Ball (born 1857), Dresden-Berlin / 1926 collection of the Lysoform manufacturer Dr. Walter Heilgendorff (1882–1945), Berlin / after 1945 collection Frieda Hinze, Berlin / collection Elisabeth Rohde, Berlin. Source Collection Rohde-Hinze: Letter from Frieda Hinzes to Gundula Tschira, Berlin, 16 March 1960 Literatur und Abbildung: Kurt Steinbart: Der Meister von Kappenberg und die holländische Graphik, no place of publication, 1937, p. 256f. (Presentation in the Temple) / Gundula Tschira van Oyen: Jan Baegert. Der Meister von Cappenberg, Heiliger Andreas, Œuvrekatalog, Baden-Baden 1972 (= Studien zur Deutschen Kunstgeschichte, vol. 352), cat. no. 100, 101, plates LXII and LXIII Further panels from the former crucifixion altarpiece: Main panel, Alte Pinakothek, Munich / two panels: Death of Mary and Prayer at the Mount of Olives, 27 x 17,2 cm, Sotheby's, London, 4 December 2014, lot 102 / two panels: The Last Supper and Pentecost, 27 x 17,3 cm, formerly private collection, Switzerland (see Tschira 1972, cat. no. 97–103, plates. LXI-LXIII). We would like to thank Stephan Kemperdick, Berlin, for his valuable assistance.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
07/03/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0