Lot no. 366
Spätgotische Mondsichelmadonna
Höhe: 92 cm.
Schwaben, um 1480.
Lindenholz, geschnitzt und farbig gefasst. Standfigur im Kontrapost, das linke Bein leicht mit dem Knie vorgestellt, die Körperhaltung leicht S-bogig, gemäß dem Schnitzstil der "Schönen Madonna". Das rot gefasste Kleid mit vier nahezu parallel laufenden, vertikalen Wulstfalten, darüber ein Manteltuch, das um den Leib Krüppelfalten ausbildet, ein hellblau gefasstes Tuch umzieht die Schultern. Die Augenlieder fein und leicht erhaben geschnitten, hochgezogene Augenbrauen sowie hohe gerade Stirn. Die seitlichen welligen Haarlocken ziehen unter das Kopftuch, Zackenkrone mit Applikationsbesatz. Das Jesuskind in der linken Armbeuge in bewegter Haltung, die einen bewussten Gegensatz zur ruhigen Standhaltung der Madonna herstellt. In kindlichem Spielverhalten greift das Knäblein mit den rechten Fingern zu den Zehen des rechten Fußes, während die linke Hand vorgestreckt eine Kugel zwischen den Fingern hält. Bei dem runden Gegenstand in der rechten Hand der Madonna dürfte es sich um eine Frucht handeln. Die Mondsichel, mit seitlich steil nach oben geführten Spitzen, trägt ein männliches Gesicht, auf das Maria den Fuß mit spitzem Schuh gestellt hat. Rückwärts gehöhlt, die Fassung wohl auf alter Grundlage zu früherer Zeit erneuert, partielle Vergoldung. Rest. Erg. (1161362) (11)
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