Lot no. 531
Ulrich Hübner (Berlin 1872 – 1932 Neubabelsberg) „Stadt und Eisenbahn I“. 1912 Öl auf Leinwand. 100 × 140 cm ( 39 ⅜ × 55 ⅛ in.). Unten links signiert und datiert: Ulrich Hübner 1912. Auf der horizontalen Stützleiste signiert, datiert, betitelt und bezeichnet: U. Hübner. 1912. Stadt u Eisenbahn. I. No. 40. Auf dem Keilrahmen Etiketten des Kunstsalons Paul Cassirer, Berlin, und des Kunstvereins Hannover. Das Gemälde wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde Ulrich Hübners von Simone Westerhausen, Berlin (in Vorbereitung).– Unten rechts eine mit Leinwand hinterlegte Partie. [3323] Provenienz: Ehemals Pelikan-Kunstsammlung, Hannover (bis 1985) Ausstellung: Kollektionen Leopold von Kalckreuth, Edvard Munch, Theo von Brockhusen, Walter-Kurau. Werke von Robert Breyer, Hannah de Grahl, Ulrich Hübner, Max Brenner. Berlin, Kunstsalon Paul Cassirer, 1912/13, Kat.-Nr. 55 („Die Eisenbahn“) / Sommerausstellung 1942. Hannover, Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler, im Landesmuseum Hannover, 1942 Literatur und Abbildung: Ausst.-Kat.: Die Pelikan-Kunstsammlung, aus dem Besitz des Hauses Günther Wagner, Hannover, Pelikan-Werke, und der Familie Beindorff. Hannover, Kunstverein, 1963, Kat.-Nr. 49 (nicht ausgestellt, erwähnt als „Stadt mit Eisenbahn [1913]“) / Auktion 259: Moderne Kunst mit Beständen aus der Kunstsammlung Pelikan, Hannover. Hamburg, Hauswedell & Nolte, 6.-8.6.1985, Kat.-Nr. 656, Abb. Tf. 54 / Bernhard Echte und Walter Feilchenfeldt (Hg.): Kunstsalon Paul Cassirer. Die Ausstellungen 1912–1914. Band 6: „Eine neue Klassik.“ Wädenswil, Nimbus, 2016, S. 106 (Deutsche Tageszeitung, 12.12.1912), S. 108 (Neue preußische Zeitung, 15.12.1912) u. S. 110 (Die Welt am Montag, 16.12.1912), m. Abb., und S. 121 „Die Darstellung von Eisenbahnanlagen war ein beliebtes Thema der Impressionisten, insbesondere Monets, dessen malerischer Auffassung Hübner hier näher steht als etwa den Eisenbahnbildern seines Secessionskollegen Hans Baluschek. [...] Ähnlich wie die Expressionisten, sieht Hübner die Randgebiete der Stadt, die in die Landschaft hinauswachsen. Im Gegensatz zu den gleichzeitigen Bildern Kirchners mit ähnlicher Thematik erkennt Hübner nicht die zerstörerischen Tendenzen der ausufernden Stadt, sondern entdeckt im Sinne von August Endell die Schönheit der großen Stadt, die durch Atmosphäre, Dampf und Licht verklärt wird. Dabei hat es den Anschein, als ob den Maler die korrekte Topographie der Stadt gar nicht interessiere. Bei der Bahnstrecke, die Hübner hier wiedergibt, kann es sich eigentlich nur um die Potsdamer oder Anhalter Bahn handeln, die beide fast parallel aus der Stadt heraus nach Südwesten führen. Sonst käme nur noch die Strecke am Bahnhof Gesundbrunnen infrage. Wegen der tief liegenden Gleise und der Breite der Anlagen scheiden andere Strecken aus. Bisher wurde angenommen, Hübner habe an der Potsdamer Strecke vor dem Bahnhof Friedenau gestanden. Die hoch aufragenden Gebäude wären dann das Rathaus Friedenau und die Kirche am Friedrich-Wilhelm-Platz. Diese Möglichkeit scheidet jedoch aus, da das Rathaus erst 1913-17 erbaut wurde und das Gemälde auf 1912 datiert ist. Als weitere Möglichkeit ergäbe sich ein Standpunkt vor der Langenscheidtbrücke mit Blick auf den ehemals sehr hohen Turm des Schöneberger Rathauses und den Turm der Apostel-Paulus-Kirche. Allerdings erhebt sich dann die Frage nach der monumentalen Zweiturmfassade der 1909 erbauten St. Norbert-Kirche oder der Paul-Gerhardt-Kirche, die beide links vom Schöneberger Rathaus zu sehen sein müßten. In der Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen wiederum gibt es kein hohes Rathausgebäude. Solange keine Klarheit über die genaue Topographie besteht, ist anzunehmen, daß Hübner, ähnlich wie Baluschek, mit unterschiedlichen Realitätspartikeln arbeitete, für ihn also Rathaus und Kirchturm in Verbindung mit den endlosen Mietshäusern an den Bahnstrecken zu allgemein gültigen Merkmalen der wilhelminischen Großstadt wurden.“ (Zit. nach: Stadtbilder. Berlin in der Malerei vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ausst.-Kat. Berlin, Berlin Museum, 1987, S. 230f.) Ulrich Hübner (Berlin 1872 – 1932 Neubabelsberg) „Stadt und Eisenbahn I“. 1912 Oil on canvas. 100 × 140 cm ( 39 ⅜ × 55 ⅛ in.). Signed and dated lower left: Ulrich Hübner 1912. Signed, dated, titled and inscribed on the horizontal middle stretcher bar: U. Hübner. 1912. Stadt u Eisenbahn. I No. 40. Labels of the Kunstsalon Paul Cassirer, Berlin and of the Kunstverein Hanover on the stretcher. The painting will be included in the catalogue raisonné of the paintings of Ulrich Hübners by Simone Westerhausen, Berlin (in preparation).– Section backed with canvas lower right. [3323] Provenienz: Formerly Pelikan-Kunstsammlung, Hanover (until 1985) Ausstellung: Kollektionen Leopold von Kalckreuth, Edvard Munch, Theo von Brockhusen, Walter-Kurau. Werke von Robert Breyer, Hannah de Grahl, Ulrich Hübner, Max Brenner. Berlin, Kunstsalon Paul Cassirer, 1912/13, cat. no. 55 („Die Eisenbahn“) / Sommerausstellung 1942. Hanover, Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler, in the Landesmuseum Hannover, 1942 Literatur und Abbildung: Exh. cat.: Die Pelikan-Kunstsammlung, aus dem Besitz des Hauses Günther Wagner, Hannover, Pelikan-Werke, und der Familie Beindorff. Hannover, Kunstverein, 1963, cat. no. 49 (not exhibited, mentioned as „Stadt mit Eisenbahn [1913]“) / Auction 259: Moderne Kunst mit Beständen aus der Kunstsammlung Pelikan, Hanover. Hamburg, Hauswedell & Nolte, 6th-8th/6/1985, cat. no. 656, Illustration pl. 54 / Bernhard Echte and Walter Feilchenfeldt (ed.): Kunstsalon Paul Cassirer. Die Ausstellungen 1912–1914. Volume 6: „Eine neue Klassik.“ Wädenswil, Nimbus, 2016, p. 106 (Deutsche Tageszeitung, 12.12.1912), p. 108 (Neue preußische Zeitung, 15.12.1912) and p. 110 (Die Welt am Montag, 16.12.1912), with illustration and p. 121
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11/30/2018
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