Lot no. 39
Walter Dexel (1890 München – 1973 Braunschweig) „Der elektrische Zähler“. 1922 Öl auf Leinwand. 63 × 44 cm ( 24 ¾ × 17 ⅜ in.). Unten links signiert und datiert: WDexel 22. Auf dem Keilrahmen oben mit Pinsel in Schwarz signiert, datiert und betitelt: WALTER DEXEL 22 DER ELEKTRISCHE ZÄHLER. Wöbkemeier 184.– [3249] Provenienz: Hjalmar Gabrielson, Göteborg / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Sammlung Hjalmar Gabrielson. Göteborg, Konst-museet och Konsthallen, 1923, Kat.-Nr. 185 / Industrie und Technik in der deutschen Malerei. Duisburg, Lehmbruck-Museum, 1969, Kat.-Nr. 175 mit Abb. S. 157 / Walter Dexel. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1974, Kat.-Nr. 222 mit Abb. S. 9 / Walter Dexel. Münster, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Ulm, Ulmer Museum, 1979, Kat.- Nr. 52 mit Farbabb. S. 136 / Walter Dexel. Berlin, Kunstamt Wedding von Berlin, 1983, Kat.-Nr. 44 mit Farbabb. o.S Literatur und Abbildung: Adolf Behne, Ludwig Hilberseimer u. Salomon Friedlaender: Sammlung Gabrielson, Neuerwerbungen, Berlin, A. Frisch, 1923, Tafel 9 / Adolf Behne: Von Kunst zur Gestaltung. Einführung in die moderne Malerei, Berlin, Arbeiterjugend-Verlag, 1925, S. 81, mit Abb. Tafel XVII / 482. Kunstversteigerung. Köln, Kunsthaus Lempertz, 1965, Los 237, Abb. Tafel 73 / Peter Lufft: Anmerkungen zur Malerei von Walter Dexel. In: Walter Vitt: Hommage à Dexel. Starnberg 1980, S. 15, S. 23 mit Abb. S. 25 Obgleich er selbst ihm nie angehört hatte, war Walter Dexel künstlerisch so eng mit dem Bauhaus verbunden wie nur wenige andere. Im benachbarten Kunstverein Jena, den er zeitweilig leitete, stellte er in den 1920er Jahren regelmäßig Bauhaus-Künstler aus. Auch für seine eigene Entwicklung als Maler war die graphische Verknappung der Abstraktion, wie sie etwa in Oskar Schlemmers berühmtem Bauhaus-Logo zu beobachten ist, von entscheidender Bedeutung. In der Überzeugung, daß es in Zukunft nicht mehr allein „um das Bild an der Wand“ gehen würde, sondern eine umfassende „Durchformung unserer Umgebung“ nötig sei, betätigte sich Dexel parallel zur Malerei als Typograph, Designer, Werbegraphiker und Stadtplaner. Daß er auch die Industrie- und Technikbegeisterung der Avantgarde teilte, zeigt sein Gemälde „Der elektrische Zähler“ von 1922. Im Zentrum des Bildes stehen vier unterschiedlich große Kreisformen, die man als Instrumente oder Spulen interpretieren könnte. Zerteilt und umschlossen werden diese vier Kreise von horizontalen und vertikalen Linien, welche das Gerüst einer komplexen, überaus harmonischen Komposition ergeben. Von Dexel selbst sind nur wenige theoretische Äußerungen überliefert, von dem niederländischen De-Stijl-Gründer und Dexel-Freund Theo van Doesburg dafür umso mehr. In seinem damals auf deutsch erschienenen Aufsatz „Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst“ legte Doesburg fest, was seiner Ansicht nach die geeigneten malerischen Mittel seien, um sich von den „ästhetisch-naturalistischen Kunstwerken“ vergangener Jahrhunderte abzugrenzen. Nämlich die, die auch Dexel hier anwendete: „Farben, Formen, Linien und Flächen“. Diese neuen, oder wie Doesburg es formuliert, „wirklich exakten“ malerischen Mittel müßten darauf ausgerichtet sein, das „universale Gleichgewicht in den Dingen aufzuspüren und zu gestalten“. Ungefähr zur selben Zeit, also 1921, hatten Dexel und Doesburg sich im Bauhaus-Umfeld kennen- und schätzen gelernt. Es ist daher kein Wunder, wenn Dexels „Elektrischer Zähler“ wirkt, als wollte der eine damit die Thesen des anderen noch einmal bekräftigen. UC Walter Dexel (1890 Munich – 1973 Brunswick) „Der elektrische Zähler“. 1922 Oil on canvas. 63 × 44 cm ( 24 ¾ × 17 ⅜ in.). Signed and dated lower left: WDexel 22. On the upper stretcher bar signed, dated and titled in black brush: WALTER DEXEL 22 DER ELEKTRISCHE ZÄHLER. Wöbkemeier 184.– [3249] Provenienz: Hjalmar Gabrielson, Göteborg / private collection, northern Germany Ausstellung: Sammlung Hjalmar Gabrielson. Göteborg, Konst-museet och Konsthallen, 1923, cat. no. 185 / Industrie und Technik in der deutschen Malerei. Duisburg, Lehmbruck-Museum, 1969, cat. no. 175 with ill. p. 157 / Walter Dexel. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1974, cat. no. 222 with ill. p. 9 / Walter Dexel. Münster, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Ulm, Ulmer Museum, 1979, cat. no. 52 with colour ill. p. 136 / Walter Dexel. Berlin, Kunstamt Wedding von Berlin, 1983, cat. no. 44 with colour ill., no page numbers Literatur und Abbildung: Adolf Behne, Ludwig Hilberseimer and Salomon Friedlaender: Sammlung Gabrielson, Neuerwerbungen, Berlin, A. Frisch, 1923, pl. 9 / Adolf Behne: Von Kunst zur Gestaltung. Einführung in die moderne Malerei, Berlin, Arbeiterjugend-Verlag, 1925, p. 81, with ill. pl. XVII / 482. Auction catalogue: Kunstversteigerung. Cologne, Kunsthaus Lempertz, 1965, lot 237, ill. pl. 73 / Peter Lufft: Anmerkungen zur Malerei von Walter Dexel. In: Walter Vitt: Hommage à Dexel. Starnberg 1980, p. 15, p. 23 with ill. p. 25
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Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/26/2015
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