Lot no. 28
Walter Gramatté (1897 Berlin – 1929 Hamburg) „Mondlandschaft mit Pferd“. 1921 Öl und Goldbronze auf Leinwand. Im Künstlerrahmen. 94 × 67,7 cm (106 × 80 cm) ( 37 × 26 ⅝ in. (41 ¾ × 31 ½ in.)). Unten rechts signiert und datiert: Walter Gramatté-Friedman 1921. Negendanck 83.– [3044] Provenienz: Martha und Paul Rauert, Hamburg / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Nolde, Schmidt-Rottluff und ihre Freunde – Die Sammlung Martha und Paul Rauert Hamburg 1905-1958. Hamburg, Ernst Barlach Haus; Freiburg i.Br., Museum für Neue Kunst; Rotterdam, Kunsthalle; Bad Homburg, v.d.H, Sinclair-Haus Kulturforum der Altana AG; Davos, Kirchner Museum; Bremen, Paula Modersohn-Becker Museum, 1999/2000, Kat.-Nr. 18, ganzseitige Farbabb. S. 164 Literatur und Abbildung: Walter Gramatté – Bilder und Aquarelle / Paintings and Watercolours. Winnipeg, Estate S.C. Eckhardt-Gramatté, 1981, ganzs. Abb. B.82, o.S In einem Brief vom 15. Mai 1926, den Walter Gramatté, der zu dieser Zeit mit seiner Frau in Barcelona lebte, an den Grafen von Brockdorff schrieb, umriß er das Ziel seiner malerischen Bemühungen so: „Zufallslose Magie zu schaffen, mich menschlich dahin bringen, daß mir Dinge sichtbar erkenntlich werden, die man bis heute nicht erkennen konnte.“ Auch wenn seine künstlerische Sozialisation dem Expressionismus einiges verdankt, hatte Gramatté Vorbehalte gegen die, wie er es empfand, zufällige Magie, die vor allem „durch die neue fremdartige Form“ entstehe, nicht durch bewußte Auseinandersetzung mit dem Sujet. Und tatsächlich verdankt sich die kristalline flirrende Magie der „Mondlandschaft mir Pferd“ dem kalkulierten Einsatz bestimmter malerischer Mittel. Mit der Verwendung von Goldbronze, die sowohl über der Ölbemalung liegt als auch stellenweise darunter, gelingt es dem Künstler, eine Stimmung zu erzeugen, die der Szene etwas Traumhaftes verleiht. Das liegt an der Kombination des eher warmen Tons der Goldbronze mit dem Blauweiß einer frostigen Nacht, die ihren geradezu hörbaren Ausdruck findet im weißlichen Dampf, den die Nüstern des schnaubenden Pferdes ausstoßen. Unwirklich ist auch dessen Stellung mit dem Gefährt quer zum Wege, eher verlassen als zufällig abgestellt wirkend. Ob es einen Reisenden gibt, der sich gerade im Haus rechts befindet, dessen Fenster aber so gar keine menschliche Anwesenheit verraten? Unwirtlichkeit und Intimität verbinden sich auf ganz eigene Weise zu einem poetischen Bild. Walter Gramatté hat hier geradezu wie ein moderner Alchemist gemalt, der die realen Dinge in Träume verwandelt, aber dabei dem Betrachter die Möglichkeit läßt, seine eigene Geschichte in der mondlichtbestäubten Szenerie zu finden. MS Walter Gramatté (1897 Berlin – 1929 Hamburg) „Mondlandschaft mit Pferd“. 1921 Oil and gold-bronze on canvas. In artist's frame. 94 × 67,7 cm (106 × 80 cm) ( 37 × 26 ⅝ in. (41 ¾ × 31 ½ in.)). Signed and dated lower right: Walter Gramatté-Friedman 1921. Negendanck 83.– [3044] Provenienz: Martha and Paul Rauert, Hamburg / private collection, northern Germany Ausstellung: Nolde, Schmidt-Rottluff und ihre Freunde – Die Sammlung Martha und Paul Rauert Hamburg 1905-1958. Hamburg, Ernst Barlach Haus; Freiburg i.Br., Museum für Neue Kunst; Rotterdam, Kunsthalle; Bad Homburg, v.d.H, Sinclair-Haus Kulturforum der Altana AG; Davos, Kirchner Museum; Bremen, Paula Modersohn-Becker Museum, 1999/2000, cat. no. 18, full-page colour ill. p. 164 Literatur und Abbildung: Walter Gramatté – Bilder und Aquarelle / Paintings and Watercolours. Winnipeg, Estate S.C. Eckhardt-Gramatté, 1981, full-page ill. B.82, no page numbers
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/26/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0