Lot no. 5
Walter Leistikow (Bromberg 1865 – 1908 Berlin)
MÄRKISCHER SEE. Um 1900
Öl auf Leinwand. 63 x 76 cm ( 24 ¾ x 29 ⅞ in.). Unten links signiert: W. Leistikow.
[3215]
Provenienz: Privatsammlung, Berlin / Privatsammlung, Österreich
Literatur und Abbildung: 24. Kunstauktion: Ausgewählte Werke. Berlin, Villa Grisebach
Auktionen, 29.5.1992, Kat.-Nr. 8, Farbabb
Walter Leistikow gehörte nicht nur zum ersten Vorstand der Berliner Secession. Er lieferte auch den Anlaß für deren Gründung: Im April 1898 hatte die Jury der Großen Berliner Kunstausstellung seinem Gemälde „Grunewaldsee“ die Zulassung verweigert. Um dagegen zu protestieren, beschlossen progressive Künstler wie Max Liebermann und Franz Skarbina, eine eigene, unabhängige Ausstellung zu organisieren. Schon davor war Leistikow gegen die veraltete Kunstpolitik der Akademie eingestellt gewesen: Seit 1892, jenem Jahr, in dem in München die erste Secession ins Leben gerufen wurde, fungierte er als Mitglied der oppositionellen Gruppe XI. Beeinflußt von der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung entwarf er damals auch Möbel, Stoffe, Teppiche und Tapeten. Als Maler entwickelte er eine spezielle Spielart des Impressionismus, die in ihrem Hang zu rein flächigen Malpassagen bereits abstrakte Tendenzen vorwegnahm.
Zusammen mit den Künstlern des Friedrichshagener Kreises widmete sich Leistikow besonders der Landschaftsmalerei. Dabei gelang es ihm wie keinem zweiten, dem Reiz der waldbestandenen Seen im Süden Berlins Ausdruck zu verleihen. Das Gemälde „Märkischer See“ entstand etwa zu der Zeit, als sich die Berliner Secession formiert und Leistikow den Höhepunkt seiner Schaffenskraft erreicht hatte. Die Reife seines Stils zeigt sich auch in unserem Bild: Souverän im Farbauftrag, schafft er helle und dunkle Zonen, indem er die Uferwiese und Birken mit den Kiefern im Hintergrund kontrastiert. Im delikaten Kolorit des Himmels wiederum nimmt er den Ton der Baumstämme auf, die in der Abendsonne aus dem Wald hervorleuchten. Die herbe Schönheit, die sich an vielen der urzeitlichen Seen der Mark noch heute zeigt, hat Leistikow hier mit seiner neu erlangten malerischen Freiheit in einem seiner glücklichsten Momente festgehalten. (UC)
Walter Leistikow (Bydgoszcz 1865 – 1908 Berlin)
MÄRKISCHER SEE. Circa 1900
Oil on canvas. 63 x 76 cm ( 24 ¾ x 29 ⅞ in.). Signed lower left: W. Leistikow.
[3215]
Provenienz: Private collection, Berlin / Private collection, Austria
Literatur und Abbildung: 24th art auction: Ausgewählte Werke. Berlin, Villa Grisebach
Auktionen, 29 May 1992, cat. no. 8, color ill.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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