Lot no. 2
Walter Leistikow (Bromberg 1865 – 1908 Berlin) SCHLACHTENSEE BEI BERLIN. Um 1900 Öl auf Leinwand. 66,5 x 81 cm ( 26 ⅛ x 31 ⅞ in.). Unten rechts signiert: W. Leistikow. Auf dem Keilrahmen oben ein Etikett der Kunsthandlung Hermann Abels, Köln. [3242] Provenienz: Privatsammlung, Baden-Württemberg Literatur und Abbildung: 125 Jahre Galerie G. Paffrath, 1867–1992. Neuerwerbungen Winter 1992 bis Frühjahr 1993. Düsseldorf, Galerie G. Paffrath, 1993, S. 74, ganzseitige Farbabbildung S. 75 Walter Leistikow gehört neben Max Liebermann und Lesser Ury zu den großen Berliner Malern der Jahrhundertwende und gilt als energischer Kämpfer für die Moderne in Deutschland. Als Schüler der in Berlin tätigen Landschaftsmaler Hermann Eschke und Hans Fredrik Gude widmete er sich in seinen Ölbildern gleichfalls diesem Genre, entwarf als Kunsthandwerker jedoch auch Möbel, Stoffe, Teppiche und Tapeten und war sogar als Schriftsteller und Bühnenautor tätig. Leistikows besondere Affinität zu Skandinavien – seine Frau war Dänin, er selbst mit dem Norweger Edvard Munch befreundet – und dessen eindrucksvoller Naturlandschaft ließen ihn immer wieder die Kiefernwälder um Grunewald- und Schlachtensee bei Berlin aufsuchen, wo er die eigentümliche Stimmung der verlassenen Uferzonen in meditativen Bildern einzufangen wußte. Das Gemälde „Schlachtensee bei Berlin“ ist hierfür ein eindrucksvolles Beispiel: Der Blick des Malers richtet sich auf eine stille, menschenleere Bucht des Sees. Von einer dunklen Lichtung wandert das Auge über die ruhige Wasserfläche zu einem sonnenbeschienenen Vegetationsstreifen mit Rasen, Buschwerk und rotstämmigen Kiefern. Wie ein Spiegel reflektiert der See deren frisches Grün und bringt auf diese Weise Helligkeit auch in das untere Bilddrittel. Die tiefempfundene Ehrfurcht des Malers vor der urwüchsigen Naturlandschaft wird deutlich spürbar, und die Tatsache, daß Leistikow seinem Leben krankheitsbedingt in ebendieser idyllischen Umgebung im Sommer 1908 ein Ende setzte, verleiht dem Bild zusätzlich eine tragische Dimension. Zwei Jahre später schrieb Leistikows Freund und Weggefährte Lovis Corinth über die meditative Landschaftsmalerei seines Kollegen: „Der melancholische Reiz, der in den Kieferwaldungen liegt, wie sich die dunklen Wipfel knorrig gegen die wehenden Wolken absetzen und zu Füßen sich in schwarzen Dümpeln spiegeln, hat Leistikow verstanden wiederzugeben wie kein anderer.“ (Lovis Corinth: Das Leben Walter Leistikows. Berlin 1910, S. 51) (AF) Walter Leistikow (Bydgoszcz 1865 – 1908 Berlin) SCHLACHTENSEE BEI BERLIN. Circa 1900 Oil on canvas. 66,5 x 81 cm ( 26 ⅛ x 31 ⅞ in.). Signed lower right: W. Leistikow. On the upper stretcher bar a label of Kunsthandlung Hermann Abels, Cologne. [3242] Provenienz: Private collection, Baden-Wuerttemberg Literatur und Abbildung: 125 Jahre Galerie G. Paffrath, 1867–1992. Neuerwerbungen Winter 1992 bis Frühjahr 1993. Düsseldorf, Galerie G. Paffrath, 1993, p. 74, full-page colour ill. p. 75
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Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/27/2014
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0