Lot no. 3027
Willem Key (Breda 1516 – 1568 Antwerpen) PORTRAIT EINES MANNES MIT ROTEM BART. 1558 Öl auf Eichenholz. 40 x 29,8 cm ( 15 ¾ x 11 ¾ in.). Datiert rechts neben dem Kopf: 1558 / Rückseitig in blauem Stift: 21266. J. G. 31. Mit einem Gutachten von Max J. Friedländer, Berlin, vom 12. Dezember 1929, „für das vielleicht W. Key als Autor in Betracht kommt“ (im Original).– [3001] Provenienz: 1929 Sammlung Kurt Rohde, Berlin / 1965 Sammlung Frieda Hinze, Berlin / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin Ausstellung: 1959–1984 Leihgabe im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster Literatur und Abbildung: Koenraad Jonckheere: Willem Key (1516–1568). Portrait of a Humanist Painter, 2011, Part II - Catalogue of the oeuvre of Willem Key, S. 78, Kat.-Nr. A18, mit Abb. / Reinhard Müller-Mehlis: Qualität in der Favoritenrolle. 10. Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse, in: Handelsblatt, 29./30. Oktober 1965 (darin: Hinze bezeichnet den Dargestellten als Pieter Breughel d.Ä.) „Sulke edele gheesten“, solch ein edler Geist, so wird Willem Key vom Maler und Kunsttheoretiker Karel van Mander (1548–1606) in seinem Sammelband bedeutender Künstlerviten, dem „Schilder-Boeck“, beschrieben. Key studierte zunächst unter Pieter Coecke van Aelst, anschließend war er in der Werkstatt des Lambert Lombard in Lüttich ausgebildet worden, bevor er 1542 zum Meister ernannt wurde. Später genoß er die Unterstützung vieler einflußreicher Einzelpersonen und Institutionen in ganz Europa, bevor er plötzlich verstarb. Willem Key gilt als einer der wichtigsten Portraitmaler Antwerpens im 16. Jahrhundert. Die Grundlagen, die er schuf, beeinflußten zahlreiche Künstler seiner und der nachfolgenden Generation, darunter auch den Großmeister des Barocks nördlich der Alpen – Peter Paul Rubens. Frieda Hinze vermutete in dem Dargestellten Pieter Breughel d. Ä. Denn dieser und Key standen als bedeutende Künstlerpersönlichkeiten der florierenden Wirtschafts- und Finanzmetropole – in der Kunst, Mäzenatentum und Bildung im höchsten Maße gediehen – in einer engen Verbindung. Der sogenannte „Bauern-Breughel“ (1525–1569) hätte sich von niemand Besserem portraitieren lassen können, als von Key. Trotz mancher Ähnlichkeit, darunter die des Bartes, und der passenden Datierung – 1554 wäre Brueghel etwa 30 Jahre alt gewesen – gibt es kaum Beweise für diese Vermutung. Zwar findet sich keine Signatur, doch spricht vieles für Keys Autoren-schaft: Außer Anthonis Mor, Nicolaus Neufchâtel und Willem Key vermochten es nur wenige Maler des 16. Jahrhunderts, Bürger so schlicht, aber zugleich monumental abzubilden. Typisch für Key sind die herrschaftliche Pose des über ein Viertel gedrehten Körpers und insbesondere die Lage der Hände in der unteren Ecke. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen und Mitstreiter schenkte der Meister in fast allen seinen Halbfiguren den Handgesten viel Aufmerksamkeit. Auch stimmen die Behandlung der Gesichtszüge in sanften Tönen, die ziemlich vage Wiedergabe des Haares und die harte und souveräne Ausführung des Spitzenkragens mit Keys Stil überein. All das sind Beispiele für seine „docta manus“, seine geübte Hand, wie der Humanist Dominicus Lampsonius es 1572 formulierte. Laut Koenraad Jonckheere, dem das Portrait bis dato nur von dem alten Gutachten Max Friedländers von 1929 bekannt war, ist dies ein ausgezeichnetes Beispiel für Keys Frühwerk. Der in der Sammlung Rohde-Hinze allgegenwärtige Friedländer lag seinerzeit also auch bei der Beurteilung dieses Werkes goldrichtig. (GvM) In einem oberitalienischen Renaissance-Plattenrahmen mit Sgraffitti, um 1540/60 (55 x 43 cm). Wir danken Koenraad Jonckheere, Gent, für die Bestätigung der Zuschreibung anhand von Photographien. Willem Key (Breda 1516 – 1568 Antwerp) PORTRAIT OF A MAN WITH A RED BEARD. 1558 Oil on oak. 40 x 29,8 cm ( 15 ¾ x 11 ¾ in.). Dated on the right next to the head: 1558 / on the reverse in blue pen: 21266. J. G. 31. Accompanied by a certificate by Max J. Friedländer, Berlin, dated 12 December 1929, "für das vielleicht W. Key als Autor in Betracht kommt“ (in the original).– [3001] Provenienz: 1929 collection Kurt Rohde, Berlin / 1965 collection Frieda Hinze, Berlin / collection Elisabeth Rohde, Berlin Ausstellung: 1959–1984 loan to the Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster Literatur und Abbildung: Koenraad Jonckheere: Willem Key (1516–1568). Portrait of a Humanist Painter, 2011, Part II - Catalogue of the oeuvre of Willem Key, p. 78, cat. no. A18, with ill. / Reinhard Müller-Mehlis: Qualität in der Favoritenrolle. 10. Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse, in: Handelsblatt, 29/30 October 1965 (in the article, Hinze names the subject as Pieter Breughel the Elder) In a northern Italian Renaissance frame with Sgraffitti, circa 1540/60 (55 x 43 cm). We would like to thank Koenraad Jonckheere, Gent, for confirming the attribution from photographs.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
07/03/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0