Lot no. 39
Willi Baumeister (1889 – Stuttgart – 1955)
„HELLE FIGUREN AUF DUNKEL“. 1947
Öl mit Kunstharz und Spachtelkitt auf Karton. 35,7 x 45,9 cm ( 14 x 18 ⅛ in.). Oben rechts mit Bleistift signiert und datiert: Baumeister 47. Rückseitig mit Bleistift betitelt und datiert: Helle Figuren auf Dunkel 1944/47.
Beye/Baumeister 1237.–
[3409]
Provenienz: Maria Tannenbaum, New York / Galerie Gunzenhauser, München / Privatsammlung, Baden-Württemberg
Ausstellung: Baumeister. Gemälde - Zeichnungen - Graphik. Frankfurt a.M., Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, 1961, Kat.-Nr. 6a / Willi Baumeister. Ölbilder, Handzeichnungen. München, Galerie Gunzenhauser, 1986, Kat.-Nr. 7
Literatur und Abbildung: Will Grohmann: Willi Baumeister. Leben und Werk. Köln, Verlag DuMont Schauberg, 1963, Kat.-Nr. 904, mit Abb
Willi Baumeister zählt zu den bedeutendsten Malern der Klassischen Moderne in Deutschland: 1913 nahm er, ein enger Freund Oskar Schlemmers, in Berlin an Herwarth Waldens legendärem Ersten Deutschen Herbstsalon teil. Später wurde Baumeister Mitglied in der „Novembergruppe“ und bei der Pariser Künstlervereinigung „Cercle et Carré“, in der sich auch Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Fernand Léger und Georges Vantongerloo zusammengetan hatten. Daneben begann er schon in den 1920er Jahren, sich intensiv für außereuropäische und prähistorische Kulturen zu interessieren. Wie befreiend das Ende des Zweiten Weltkrieges auf den von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegten Künstler gewirkt haben muß, kann man nur erahnen. Jedenfalls brachte Baumeister 1947 seine damals vielbeachtete Streitschrift „Das Unbekannte in der Kunst“ heraus – und schuf im selben Jahr das Gemälde „Helle Figuren“.
Unser Werk zeigt den 58jährigen Maler auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Vermögens. Der einheitliche Bildraum ist bei den „Hellen Figuren“ fast vollständig aufgelöst. Lediglich am unteren und oberen Rand der Leinwand deutet sich so etwas wie eine Perspektive an. Das Zentrum der Komposition wird eingenommen von kürzelhaften Andeutungen und Skripturen, die man nach eingehender Betrachtung tatsächlich als Figuren interpretieren könnte. Die Offenheit der Lesart war für Baumeister das entscheidende Element seiner Kunst. Der Künstler, schrieb der Maler in dem Jahr, in dem die „Hellen Figuren“ entstanden, „produziert seine bedeutenden Werte ohne Lehrgut, ohne Erfahrung, ohne Nachahmung. Nur auf diese Weise findet er bisher Unbekanntes, Originales. Das Genie ,kann‘ nichts und nur damit alles.“ (Zit. nach: C. Harrison/ P. Wood (Hrsg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert, Ostfildern- Ruit 1998, S. 753) (UC)
Willi Baumeister (1889 – Stuttgart – 1955)
„HELLE FIGUREN AUF DUNKEL“. 1947
Oil with resin and spackle on cardboard. 35,7 x 45,9 cm ( 14 x 18 ⅛ in.). Signed and dated in pencil upper right: Baumeister 47. Titled and dated in pencil on the reverse: Helle Figuren auf Dunkel 1944/47.
Beye/Baumeister 1237.–
[3409]
Provenienz: Maria Tannenbaum, New York / Galerie Gunzenhauser, Munich / private collection, Baden-Wuerttemberg
Ausstellung: Baumeister. Gemälde - Zeichnungen - Graphik. Frankfurt a.M., Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, 1961, cat. no. 6a / Willi Baumeister. Ölbilder, Handzeichnungen. Munich, Galerie Gunzenhauser, 1986, cat. no. 7
Literatur und Abbildung: Will Grohmann: Willi Baumeister. Leben und Werk. Cologne, Verlag DuMont Schauberg, 1963, cat. no. 904, with illustration
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Drawings, watercolours and pastels
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