Lot no. 783
Wolfgang Tillmans (Remscheid 1968 – lebt in London und Berlin) „LIGHTER, SILVER, GREEN/YELLOW I“. 2009 C-Print im Acrylglas-Rahmen. 64,6 x 54,4 x 7,2 cm ( 25 ⅜ x 21 ⅜ x 2 ⅞ in.). Rückseitig betitelt, datiert, bezeichnet und signiert: Lighter, silver, green/yellow I 2009 unique Wolfgang Tillmans. Unikat. [3380] NK: Ich habe den Eindruck, dass die Intervention Pieces, die Blushes oder die String Pieces der gestischen Abstraktion in der Malerei sehr nahe stehen, einer Richtung, in der es nicht nur um Inhalte geht, sondern auch um das Gestische, die Aktion des Schaffens. WT: Diese Bilder zu machen, ist ein Prozess, der eine gewisse Zeit braucht und auf den ich mich erst einlassen muss. Ich will es nicht zu romantisch darstellen, aber es ist eine Art intuitiver Prozess, und ich muss mit dem Material, das ich verwende, irgendwie verbunden sein. Im Lauf der Zeit entwickle ich dann ein Gespür dafür, welche Filter ich brauche, um die Farbigkeit zu erhalten, die ich will, wie lange ich genau belichten muss oder wie schnell ich eine Bewegung ausführen muss, damit das Papier nicht zu dunkel wird – das alles ähnelt durchaus der Arbeit eines Malers. Es ist also ein sehr physischer Vorgang, und ich mag auch das Foto-papier selbst, seine Materialität. Schon ein leeres Blatt Fotopapier hat seine eigene Eleganz, wenn es sich biegt, wenn man es in der Hand hängen lässt oder mit beiden Händen hält, oder wenn es manipuliert oder belichtet wird. NK: Also „Malen mit Licht“. WT: Ja, das ist eine sehr nahe liegende Analogie, aber andererseits glaube ich, dass sie in der Vergangenheit zum Teil wie eine Art Entschuldigung benutzt wurde, als ob man versucht hätte, die Fotografie auf das etablierte Niveau von Malerei zu bringen. Ich will natürlich nicht Malerei nachahmen, ich finde es sogar entscheidend, dass meine Arbeiten als Fotografien wahrgenommen werden. Sie haben von Grund auf fotografischen Charakter, keinen malerischen. Sie benutzen nicht den fotografischen Prozess, um etwas anderes zu sein, und in dieser Hinsicht sind sie so ehrlich, wie eine Fotografie nur sein kann. Wie ich schon sagte, geht es, glaube ich, letztlich darum, diese Arbeiten, wenn Sie sie vor sich haben, einfach als das zu sehen, was sie sind. Sie unterscheiden sich ja auch insofern nicht von anderen Fotografien, als sie einfach Spuren von Licht festhalten. Ein anderer wichtiger Aspekt dieser abstrakten Fotografien – der sie auch mit meinen sonstigen Arbeiten verbindet – ist eine einfache Methode, mit der sie gemacht werden. Auch wenn ich den technischen Prozess nicht erklären will, bleibt es dabei, dass sie auf sehr einfache Weise hergestellt werden. Wie bei allen anderen Arbeiten geht es mir auch hier darum, etwas Einfaches – oder auch etwas Kompliziertes – in etwas Neues zu verwandeln. Wolfgang Tillmans im Gespräch mit Nathan Kernan, in: Zdenek Felix (Hrsg.): Aufsicht. Wolfgang Tillmans. Ostfildern-Ruit, Hatje Cantz Verlag, 2001, S.7f Wolfgang Tillmans (Remscheid 1968 – lives in London and Berlin) „LIGHTER, SILVER, GREEN/YELLOW I“. 2009 C-print in plexiglass frame. 64,6 x 54,4 x 7,2 cm ( 25 ⅜ x 21 ⅜ x 2 ⅞ in.). Titled, dated, inscribed and signed on the reverse: Lighter, silver, green/yellow I 2009 unique Wolfgang Tillmans. Unique work. [3380]
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art Contemporain
10719 Berlin - Germany
06/05/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0