Lot no. 1102
Wou-Ki, Zao
Peking, 1921 - Nyon, 2013
54 x 65 cm,R.
"Deux cimes", 1952/1953. Öl auf Leinwand. In Öl unten rechts signiert sowie rückseitig in Kohle signiert, datiert "Mai. 1952", "Jun. 1953" und betitelt.
Mit einer Echtheitsbestätigung der Fondation Zao Wou-Ki, Genf, vom 23. Februar 2017.Provenienz: Galerie Pierre Loeb, Paris - Sammlung Larry Aldrich, Ridgefield, CT, USA (1956 erworben) - Galerie Redies, Duisburg - Sammlung Roland und Waltraut Hänssel, Stuttgart, 1978 auf der FIAC erworden.Bereits in seiner Kindheit erlernte Zao Wou-Ki die chinesische Kalligraphie. Im Alter von vierzehn Jahren trat er sein Studium an der Kunstakademie von Hanftschou an und beginnt mit Ölmalerei. Dort belegte der Künstler auch Kurse zur westlichen Malerei. Bereits 1941 - 1947 war Zao selbst als Professor tätig und zeigte seine Werke auf einer ersten Einzelausstellung. Stark von den Vertretern der europäischen Malerei beeindruckt führte sein Weg 1947 schließlich nach Paris, wo er sich am Montparnasse niederließ und Kurse bei Othon Friesz belegte. Dort machte er die Bekanntschaft von Henri Michaux, Alberto Giacometti, Joan Miró und Maria Elena Viera da Silva. Nur ein Jahr später fand seine erste Pariser Einzelausstellung in der Galerie Creuze statt. 1964 erhielt Zao Wou-Ki auf Anregung von André Malraux die französische Staatsbürgerschaft.Während einer Reise in die Schweiz 1951 sah Zao Wou-Ki zum ersten Mal Gemälde von Paul Klee. Die Malerei des Schweizers beeindruckte den Künstler. Er entdeckte in seiner malerischen Umsetzung eine Vielzahl von Zeichen und Chiffren, welche er aufnahm und weiterverarbeitete. Es entstanden Werke die der Lyrischen Abstraktion und der Nouvelle École de Paris zugeordnet werden können.In dieser Tradition steht das poetisch zarte, vorliegende Gemälde "Deux cimes". Eine in grün, grünblau und schwarz gehaltene Berglandschaft bildet den Hintergrund für die hier erzählte Geschichte. Am Fuße der zwei Gipfel befindet sich eine kleine Stadt. Ein Weg mit einem Tor führt in diese hinein und scheint den Betrachter einzuladen sie zu betreten. In dieser Stadt leben die zwei verwandten Seelen, dargestellt in den Strichmännchen artigen Figuren rechts und links der Architektur. Obwohl der Künstler diese stark schematisiert und gesichtslos darstellt, hat der Betrachter das Gefühl, dass die Menschen glücklich sind. Die von der Stadt ausgehenden Linien und Wellen verbinden diese mit der sie umgebenden Landschaft. Obwohl sie mit Ihren steilaufragenden Bergen und den dazwischen liegenden Tälern das Gemälde dominiert, scheint sie die Stadt jedoch nicht zu bedrohen. Der Mond, der über der Abendlandschaft aufgegangen ist, taucht diese in ein harmonisierendes, Akzente setzendes Licht. Die Zartheit und die ausgewogene Einbindung der vom Künstler auf die Fläche gelegten Linien geben der Komposition eine poetische, verträumte Stimmung.Bereits drei Jahre nach der Entstehung des Gemäldes erwarb der amerikanische Kunstsammler und spätere Gründer des Aldrich Contemporary Art Museums in Ridgefield, Connecticut Larry Aldrich, während eines Besuchs in Paris die "Deux cimes" in der Galerie Loeb.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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