Lot no. 3030
FERDINAND HODLER
(Bern 1853–1918 Geneva)
View into infinity, head study. Circa 1914.
Oil on canvas.
56 × 43.5 cm.
Provenance:
- Probably collection of Berthe Hodler-Jacques, Geneva, 1923.
- Sotheby's, Zurich, 13.11.1982, lot 65.
- Private collection, Switzerland.
Literature:
- Carl Albert Loosli: Generalkatalog in: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Suter 1921–24, probably no. 621, as "Ewigkeit Studienkopf".
- Oskar Bätschmann and Paul Müller: Ferdinand Hodler. Catalogue raisonné der Gemälde, ed. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, vol. III-2, Die Figurenbilder, Zurich 2017, p. 495, no. 1622 (with ill.)
Ferdinand Hodler hatte die junge Kunststudentin Clara Battié 1898 als 17-jährige zum ersten Mal porträtiert. Ab 1913 stand die inzwischen verheiratete Clara Pasch-Battié Hodler erneut Modell. Neben mehreren klassischen Porträts (vgl. Abb. 3: Ferdinand Hodler, Portrait Pasche-Battié, Auktion Koller, Juni 2021, Los 3041, WVZ 946) zeigen zwei Bildnisse, die im Zusammenhang mit dem Auftrag zur monumentalen Komposition "Blick ins Unendliche" entstanden, ebenfalls ihre Züge.
1910 hatte Ferdinand Hodler den Auftrag erhalten, für den im gleichen Jahr fertiggestellten Bau des heutigen Kunsthauses Zürich ein grosses Wandgemälde zu malen. Zwischen 1913 und 1917 entstanden insgesamt fünf Fassungen, die sich heute im Kunstmuseum Basel, Kunsthaus Zürich, Kunstmuseum Winterthur und Kunstmuseum Solothurn und in einer Privatsammlung befinden.
Auf allen Fassungen trägt eine der fünf stehenden weiblichen Figuren die Züge Clara Pasche-Battiés. In der Zürcher Fassung von 1916 ist es die mittlere Figur (vgl. Abb. 2: Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche, Zürcher Fassung, WVZ 1594).
Während Ferdinand Hodler die Modellköpfe für seine grossen Wandgemälde oft stark schematisierte, ist das hier vorgestellte Gemälde ebenso gut als eigenständiges Porträt wie als Vorbild für eine der Figuren in "Blick ins Unendliche" zu erkennen. Die Porträtierte erscheint hier lebensnah und in ihren Gesichtszügen individualisiert wiedergegeben. Mit klarem Blick und leicht geöffnetem Mund schaut sie den Betrachter direkt an. Eine zweite, etwas grössere Fassung, welche später überarbeitet wurde, zeigt denselben Kopf wieder in einem höheren Stilisierungsgrad als direkte Vorlage für eine der fünf Varianten von "Blick ins Unendliche" (vgl. Abb. 4: Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche, grosse Kopfstudie. 1915–18, Koller Auktion, Dezember 2020, Los 3029, WVZ 1623).
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FERDINAND HODLER
(Bern 1853–1918 Genf)
Blick ins Unendliche, Kopfstudie. Um 1914.
Öl auf Leinwand.
56 × 43,5 cm.
Provenienz:
- Wohl Sammlung Berthe Hodler-Jacques, Genf, 1923.
- Auktion Sotheby's, Zürich, 13.11.1982, Los 65.
- Schweizer Privatsammlung.
Literatur:
- Carl Albert Loosli: Generalkatalog in: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Suter 1921–24, wohl Nr. 621, als "Ewigkeit Studienkopf".
- Oskar Bätschmann und Paul Müller: Ferdinand Hodler. Catalogue raisonné der Gemälde, Hrsg. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Bd. III-2, Die Figurenbilder, Zürich 2017, S. 495, Nr. 1622 (mit Abb.)
Ferdinand Hodler hatte die junge Kunststudentin Clara Battié 1898 als 17-jährige zum ersten Mal porträtiert. Ab 1913 stand die inzwischen verheiratete Clara Pasch-Battié Hodler erneut Modell. Neben mehreren klassischen Porträts (vgl. Abb. 3: Ferdinand Hodler, Portrait Pasche-Battié, Auktion Koller, Juni 2021, Los 3041, WVZ 946) zeigen zwei Bildnisse, die im Zusammenhang mit dem Auftrag zur monumentalen Komposition "Blick ins Unendliche" entstanden, ebenfalls ihre Züge.
1910 hatte Ferdinand Hodler den Auftrag erhalten, für den im gleichen Jahr fertiggestellten Bau des heutigen Kunsthauses Zürich ein grosses Wandgemälde zu malen. Zwischen 1913 und 1917 entstanden insgesamt fünf Fassungen, die sich heute im Kunstmuseum Basel, Kunsthaus Zürich, Kunstmuseum Winterthur und Kunstmuseum Solothurn und in einer Privatsammlung befinden.
Auf allen Fassungen trägt eine der fünf stehenden weiblichen Figuren die Züge Clara Pasche-Battiés. In der Zürcher Fassung von 1916 ist es die mittlere Figur (vgl. Abb. 2: Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche, Zürcher Fassung, WVZ 1594).
Während Ferdinand Hodler die Modellköpfe für seine grossen Wandgemälde oft stark schematisierte, ist das hier vorgestellte Gemälde ebenso gut als eigenständiges Porträt wie als Vorbild für eine der Figuren in "Blick ins Unendliche" zu erkennen. Die Porträtierte erscheint hier lebensnah und in ihren Gesichtszügen individualisiert wiedergegeben. Mit klarem Blick und leicht geöffnetem Mund schaut sie den Betrachter direkt an. Eine zweite, etwas grössere Fassung, welche später überarbeitet wurde, zeigt denselben Kopf wieder in einem höheren Stilisierungsgrad als direkte Vorlage für eine der fünf Varianten von "Blick ins Unendliche" (vgl. Abb. 4: Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche, grosse Kopfstudie. 1915–18, Koller Auktion, Dezember 2020, Los 3029, WVZ 1623).
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