Lot no. 3040
GIOVANNI GIACOMETTI
(Stampa 1868–1933 Glion)
Paesaggio d'autunno. 1932.
Oil on canvas.
Monogrammed lower left: G.G.
Signed, inscribed and dated on the reverse: Giovni Giacometti Stampa 1932.
121 × 150 cm.
Provenance:
- Galerie Aktuaryus, Zurich.
- Collection of Emil G. Bührle, Zurich, acquired in the above gallery in 1939.
- Private collection, Switzerland.
Exhibited:
- Zurich 1934, Giovanni Giacometti 1868–1933, Kunsthaus Zürich, 3.2.–7.3.1934, no. 186.
- Bern 1934, Gedächtnisausstellung Giovanni Giacometti, Kunsthalle Bern, 18.6.–18.7.1934, no. 137.
- Zurich 1988, Giovanni Giacometti, Kunstsalon Wolfsberg, 27.10.–26.11.1988, no. 78, as "Stampa".
- Zurich 1990/91, Schweizer Maler aus der Sammlung Bührle, Stiftung Sammlung Emil G. Bührle, 27.4.1990–12.4.1991, no. 18, as "Grosse Herbstlandschaft".
Literature:
- Giovanni Giacometti: Registro dei quadri, no 3, p. 8, no. 528.
- Walter Hugelshofer: Giovanni Giacometti 1868–1933, Bellinzona 1939, p. 103 (with ill.).
- Elisabeth Esther Köhler: Giovanni Giacometti 1868–1933. Leben und Werk, Zurich 1969, no. 434.
- Exh.cat. Schweizer Maler aus der Sammlung Bührle, Zürich 1990/91, p. 37, no. 18 (with ill.).
- Paul Müller und Viola Radlach: Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zurich 1997, vol. II-2, p. 566, no. 1932.16 (with ill.).
Diese grossformatige Herbstlandschaft wurde von Giovanni Giacometti auf der Basis einer kleineren Ölskizze geschaffen, in der bereits die Komposition und die subtile Farbgebung mit einer beige-rosafarbenen Grundstimmung angelegt waren. Locker verteilte Schafe, Ziegen, Bäume und Büsche – teils noch in spätsommerlichem Grün, teils in goldenen Herbsttönen oder bereits entlaubt – beleben die Wiesen. Darüber wölbt sich ein von Licht durchzogener Himmel in Blau, Violett und Rosa – eine Szene von beinahe paradiesischer Ausstrahlung.
Vom Hochplateau bei Soglio aus blickte Giacometti auf die schneebedeckten Gipfel der Sciora-Gruppe – ein Motiv, das er gegen Ende eines Herbsttages und im Spätwerk mit besonderer Meisterschaft festhielt. Soglio hatte für ihn nicht nur landschaftliche, sondern auch persönliche Bedeutung: Es war ein Ort der Erinnerung an seinen geschätzten Lehrer und Freund Giovanni Segantini, der dort oft arbeitete. Wenn die Sonne das Tal bereits verlassen hatte, fand Giacometti ihr Licht noch in Soglio – das, wie er selbst sagte, sein "wichtigster Lebensmotor" war.
Giacomettis Malweise mit weichen, teils ineinander fliessenden Konturen verleiht dem Bild eine besondere Zartheit und Tiefe. Ihm ging es nicht allein um Form und Farbe, sondern um das Erfassen der "Fülle des Wirklichen". In einem Brief an den Philosophen Fritz Medicus (1912) betonte er, dass nicht dekorative Reduktion, sondern "Phantasie, unmittelbares Empfinden und Begeisterung" die Essenz wahrer Landschaftsmalerei bildeten.
Medicus’ Worte zu einem heute verschollenen Werk Giacomettis beschreiben auch den Geist dieser Herbstlandschaft treffend: "Die Wärme Ihrer Farben gibt dem Bild ein wahrhaft erstaunliches Leben."
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GIOVANNI GIACOMETTI
(Stampa 1868–1933 Glion)
Paesaggio d'autunno. 1932.
Öl auf Leinwand.
Unten links monogrammiert: G.G.
Rückseitig signiert, bezeichnet und datiert: Giovni Giacometti Stampa 1932.
121 × 150 cm.
Provenienz:
- Galerie Aktuaryus, Zürich.
- Sammlung Emil G. Bührle, Zürich, 1939 bei der obigen Galerie erworben.
- Schweizer Privatbesitz.
Ausstellungen:
- Zürich 1934, Giovanni Giacometti 1868–1933, Kunsthaus Zürich, 3.2.–7.3.1934, Nr. 186.
- Bern 1934, Gedächtnisausstellung Giovanni Giacometti, Kunsthalle Bern, 18.6.–18.7.1934, Nr. 137.
- Zürich 1988, Giovanni Giacometti, Kunstsalon Wolfsberg, 27.10.–26.11.1988, Nr. 78, als "Stampa".
- Zürich 1990/91, Schweizer Maler aus der Sammlung Bührle, Stiftung Sammlung Emil G. Bührle, 27.4.1990–12.4.1991, Nr. 18, als "Grosse Herbstlandschaft".
Literatur:
- Giovanni Giacometti: Registro dei quadri, no 3, S. 8, Nr. 528.
- Walter Hugelshofer: Giovanni Giacometti 1868–1933, Bellinzona 1939, S. 103 (mit Abb.).
- Elisabeth Esther Köhler: Giovanni Giacometti 1868–1933. Leben und Werk, Zürich 1969, Nr. 434.
- Ausst.-Kat. Schweizer Maler aus der Sammlung Bührle, Zürich 1990/91, S. 37, Nr. 18 (mit Abb.).
- Paul Müller und Viola Radlach: Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-2, S. 566, Nr. 1932.16 (mit Abb.).
Diese grossformatige Herbstlandschaft wurde von Giovanni Giacometti auf der Basis einer kleineren Ölskizze geschaffen, in der bereits die Komposition und die subtile Farbgebung mit einer beige-rosafarbenen Grundstimmung angelegt waren. Locker verteilte Schafe, Ziegen, Bäume und Büsche – teils noch in spätsommerlichem Grün, teils in goldenen Herbsttönen oder bereits entlaubt – beleben die Wiesen. Darüber wölbt sich ein von Licht durchzogener Himmel in Blau, Violett und Rosa – eine Szene von beinahe paradiesischer Ausstrahlung.
Vom Hochplateau bei Soglio aus blickte Giacometti auf die schneebedeckten Gipfel der Sciora-Gruppe – ein Motiv, das er gegen Ende eines Herbsttages und im Spätwerk mit besonderer Meisterschaft festhielt. Soglio hatte für ihn nicht nur landschaftliche, sondern auch persönliche Bedeutung: Es war ein Ort der Erinnerung an seinen geschätzten Lehrer und Freund Giovanni Segantini, der dort oft arbeitete. Wenn die Sonne das Tal bereits verlassen hatte, fand Giacometti ihr Licht noch in Soglio – das, wie er selbst sagte, sein "wichtigster Lebensmotor" war.
Giacomettis Malweise mit weichen, teils ineinander fliessenden Konturen verleiht dem Bild eine besondere Zartheit und Tiefe. Ihm ging es nicht allein um Form und Farbe, sondern um das Erfassen der "Fülle des Wirklichen". In einem Brief an den Philosophen Fritz Medicus (1912) betonte er, dass nicht dekorative Reduktion, sondern "Phantasie, unmittelbares Empfinden und Begeisterung" die Essenz wahrer Landschaftsmalerei bildeten.
Medicus’ Worte zu einem heute verschollenen Werk Giacomettis beschreiben auch den Geist dieser Herbstlandschaft treffend: "Die Wärme Ihrer Farben gibt dem Bild ein wahrhaft erstaunliches Leben."
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