Lot no. 3061
NIKLAUS STÖCKLIN (1896 Basel 1982) Circus rider. 1930. Oil on canvas. Signed and dated lower right: Niklaus Stoecklin 30. 55 × 46.5 cm. Provenance: - Private collection, Zurich. - By descent to the current collection. Exhibited: Winterthur 1997, Niklaus Stoecklin 1896–1982, Kunstmuseum Winterthur, 19.1.–6.4.1997, no. 164. Literature: Exh.cat. Niklaus Stoecklin 1896–1982, Kunstmuseum Winterthur, Winterthur 1997, p. 267, no. 72 (plate no. 80). This work is registered in the online catalogue raisonné of the Niklaus Stoecklin Foundation under inventory no. 00046 as an autograph work by Niklaus Stoecklin. In seinem Gemälde "Zirkusreiterin" von 1930 inszeniert Niklaus Stoecklin eine stille Momentaufnahme aus der schillernden Welt des Zirkus – und verwandelt sie in ein Sinnbild seiner charakteristisch distanzierten Bildsprache. Die junge Reiterin im rosafarbenen Tutu sitzt aufrecht auf einem schreitenden weissen Pferd, umgeben vom streng gegliederten Gerüst eines Zirkuszelts. Die sorgfältig stilisierte Darstellung trägt deutlich die Handschrift der Neuen Sachlichkeit, deren schweizerische Ausprägung Stoecklin wesentlich mitgeprägt hat. Das Werk entstand in Riehen, angeregt durch ein Gastspiel des Zirkus Knie in Basel. Bei der dargestellten Reiterin handelt es sich wohl um Eliane Knie (1915–2000), eine Kunstreiterin aus der berühmten Zirkusdynastie. Stoecklin dürfte sich dabei auf eine Fotografie bezogen haben, die Eliane Knie gemeinsam mit dem Artisten Charly Hanke auf einem Pferd zeigt (vgl Abb. 1). Eine besondere Note erhält das Bild durch die Einbindung von Personen aus Stoecklins Umfeld: In der vordersten Logenreihe links sind der Künstler selbst, seine Frau Elisabeth sowie der Winterthurer Industrielle und Kunstmäzen Georg Reinhart (1877–1955) zu erkennen (vgl. Abb. 2). Obwohl das Bild Bewegung suggeriert – das schreitende Pferd, der Auftritt vor Publikum –, wirkt die Szene wie eingefroren. Diese eigentümliche Ruhe, verstärkt durch die glatte Malweise und die klaren Konturen, ist typisch für Stoecklins Stil der 1930er-Jahre: eine Welt, die zugleich präzise beobachtet und ins Zeitlose überführt erscheint. ------------------------------------------------- NIKLAUS STOECKLIN (1896 Basel 1982) Zirkusreiterin. 1930. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert: Niklaus Stoecklin 30. 55 × 46,5 cm. Provenienz: - Zürcher Privatsammlung. - Durch Erbfolge in heutigen Besitz. Ausstellung: Winterthur 1997, Niklaus Stoecklin 1896–1982, Kunstmuseum Winterthur, 19.1.–6.4.1997, Nr. 164. Literatur: Ausst.-Kat. Niklaus Stoecklin 1896–1982, Kunstmuseum Winterthur, Winterthur 1997, S. 267, Nr. 72 (Tafel Nr. 80). Das vorliegende Werk ist im Online-Werkverzeichnis der Niklaus Stoecklin Stiftung unter der Inventar-Nr. 00046 als eigenhändige Arbeit Niklaus Stoecklins verzeichnet. In seinem Gemälde "Zirkusreiterin" von 1930 inszeniert Niklaus Stoecklin eine stille Momentaufnahme aus der schillernden Welt des Zirkus – und verwandelt sie in ein Sinnbild seiner charakteristisch distanzierten Bildsprache. Die junge Reiterin im rosafarbenen Tutu sitzt aufrecht auf einem schreitenden weissen Pferd, umgeben vom streng gegliederten Gerüst eines Zirkuszelts. Die sorgfältig stilisierte Darstellung trägt deutlich die Handschrift der Neuen Sachlichkeit, deren schweizerische Ausprägung Stoecklin wesentlich mitgeprägt hat. Das Werk entstand in Riehen, angeregt durch ein Gastspiel des Zirkus Knie in Basel. Bei der dargestellten Reiterin handelt es sich wohl um Eliane Knie (1915–2000), eine Kunstreiterin aus der berühmten Zirkusdynastie. Stoecklin dürfte sich dabei auf eine Fotografie bezogen haben, die Eliane Knie gemeinsam mit dem Artisten Charly Hanke auf einem Pferd zeigt (vgl Abb. 1). Eine besondere Note erhält das Bild durch die Einbindung von Personen aus Stoecklins Umfeld: In der vordersten Logenreihe links sind der Künstler selbst, seine Frau Elisabeth sowie der Winterthurer Industrielle und Kunstmäzen Georg Reinhart (1877–1955) zu erkennen (vgl. Abb. 2). Obwohl das Bild Bewegung suggeriert – das schreitende Pferd, der Auftritt vor Publikum –, wirkt die Szene wie eingefroren. Diese eigentümliche Ruhe, verstärkt durch die glatte Malweise und die klaren Konturen, ist typisch für Stoecklins Stil der 1930er-Jahre: eine Welt, die zugleich präzise beobachtet und ins Zeitlose überführt erscheint.
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Modern and contemporary paintings
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Impressionist. Modern and Swiss Art
8031 Zürich - Switzerland
06/27/2025
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